UN-Sekretariat

Prima Klima in der „History Corner“

Bonn. Während die Bayer-Aktionäre auf ihrer Hauptversammlung im WCCB heiß diskutierten, knallten im UN-Klimasekretariat (UNFCCC) gegenüber im ehemaligen Abgeordnetenhochhaus die Korken: Generalsekretärin Patricia Espinosa eröffnete gemeinsam mit ihren Vorgängern Christiana Figueres, Yvo de Boer und Michael Zammit Cutaja sowie Bürgermeister Reinhard Limbach die „History Corner“.

Eine Ausstellung, die anschaulich über die Geschichte des Sekretariats und den Prozess der internationalen Klimaverhandlungen informiert.

Anlass für die Ausstellung ist der 25. Jahrestag der Klimarahmenkonvention, die am 9. Mai 1992 in New York City verabschiedet und im selben Jahr auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro von 154 Staaten unterschrieben worden war.

„Wenigstens hier herrscht prima Klima“, scherzte eine Mitarbeiterin über die aus ihrer Sicht gut gelungene und sehenswerte Ausstellung. Die Exponate bestehen nicht nur aus Zeittafeln, historischen Dokumenten, Urkunden und wissenschaftlichen Berichten, sondern auch aus Zeitungsartikeln aus aller Welt, vielen Fotos und auch Souvenirs, die auf den unzähligen Veranstaltungen und Konferenzen weltweit im Zusammenhang mit den Klimaverhandlungen an die Teilnehmer verteilt wurden. Ins Auge fällt eine alte Standuhr, die Umweltschützer 2009 in Kopenhagen beim Weltklimagipfel dem damaligen Generalsekretär Ivo de Boer überreicht hatten.

Quasi als Mahnmal dafür, dass für das Weltklima die Uhr tickt. Der Niederländer de Boer hatte 2006, ein Jahr nach dem Tod seiner Vorgängerin Joke Waller-Hunter, die Führung des Klimasekretariats übernommen. Benannt ist die „History Corner“ nach Richard Kinley. Der Kanadier ist seit 1993 in verschiedenen Positionen bei der UNFCCC dabei. 2006 wurde er in das Amt des Vize-Generalsekretärs berufen. Für ihn war der Tag der Ausstellungseröffnung ein ganz besonderer Tag: Kinley verabschiedete sich endgültig von seinen Kollegen in den Ruhestand.

Espinosa erinnerte in ihrer Rede an die Anfänge der Klimaverhandlungen und den Umzug des Klimasekretariats von Genf nach Bonn, wo die Mitarbeiter zunächst im Haus Carstanjen Quartier bezogen. Damals hatten sie einen Ahorn aus der Schweiz als bleibende und vor allem wachsende Erinnerung an Genf mitgebracht, den sie im Garten des Hauses pflanzten, sagte Michael Zammit Cutajai, der von 1991 bis 2002 als erster Generalsekretär die Geschicke des Klimasekretariats leitete. „Nicht, dass bei den wenigen Mitarbeitern, die jetzt noch dort arbeiten, der Ahorn zur Trauerweide wird“, sagte er schmunzelnd. Seit 2013 ist das Gros der rund 500 Sekretariatsmitarbeiter im ehemaligen Langen Eugen und benachbarten einstigen Bundeshaus untergebracht. Weitere Büros entstehen zurzeit in einem Neubau auf dem UN-Campus in Form eines 18-geschossigen Hochhauses.

Espinosa lobte Bonn als UN-Standort in den höchsten Tönen. „Wir sind alle sehr glücklich, hier zu sein.“ Ihre Vorgängerin Christina Figueres, von 2010 bis 2016 Generalsekretärin des Klimasekretariats, hat sich offensichtlich auch stets in Bonn wohl gefühlt: „Ich komme heute regelrecht nach Hause“, sagte sie. Wie sie erinnerten auch die anderen Redner daran, dass es in den nächsten Jahren darauf ankomme, die Wunschvorstellungen der Staaten beim Klimaschutz mit deren finanziellen Möglichkeiten und wirtschaftlichen Vorstellungen in Einklang zu bringen. Der nächste Weltklimagipfel COP 23 findet im November in Bonn statt – dann zum dritten Mal in der Bundesstadt.

Die Ausstellung kann nach Anmeldung von Gruppen besucht werden. Weitere Informationen gibt es unter www.unfccc.int.