Ausstellung im Deutschen Museum

Playmobilschau in Bonn geht in den Endspurt

Bonn. Die Playmobilschau im Deutschen Museum geht in den Endspurt: Noch bis 25. August sind dort Tausende von Figuren zu bestaunen.

Flughafen, Autofabrik, Weltraumstation: Die Playmobilschau im Deutschen Museum geht in den Endspurt. Noch bis 25. August sind an der Ahrstraße 45 Tausende von Figuren zu bestaunen – aufgestellt in zehn Schaulandschaften zu Wissenschaft und Technik, die sich der Hamburger Oliver Schaffer ausgedacht hat.

Auch Besucherbetreuer Peter Schöniger ist ein Experte, wenn es um Playmobil geht. Der 79-Jährige erzählt in seinen Führungen, wie die 7,5 Zentimeter großen Plastikfiguren entstanden sind. Neben den Schauwelten zeigt Schöniger zugehörige Exponate. Das Spektrum reicht von der Polarforschung bis zur Raumfahrt. Er führt ein echtes Versuchslabor aus dem Weltraum vor und erzählt spannende Geschichten über das Forschungsschiff „Polarstern“.

Das aus Playmobil nachgebaute Haus der Forschung findet Schöniger besonders gelungen. Dort können die Besucher in den vielen Etagen viele Bekannte finden: Im oberen Stockwerk malt Leonardo da Vinci seine Mona Lisa, im Keller grübelt Albert Einstein über die Relativitätstheorie nach, und vor dem Haus steht Steve Jobs Garage. Ein weiterer Höhepunkt ist die Spritzgießmaschine der Firma Dr. Boy. Sie produziert vor den Besuchern kleine Playmobil-Hasen: In einen Behälter werden ABS-Kunststoff-Kügelchen (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer) gefüllt, die in der Maschine erhitzt werden. „Damit wird das Granulat formbar gemacht“, erklärt Schöniger.

Warum Playmobil-Figuren keine Nasen haben

Mit viel Druck presst ein Schneckengetriebe das heiße Plastik in das Formwerkzeug. Eine zusätzliche Düse baut dafür den nötigen Druck auf. Anschließend kühlt der Kunststoff dann im Formwerkzeug ab und fällt als kleiner Hase in die Schüssel. „Der Apparat presst 250 graue Hasen pro Stunde“, sagt Schöniger. „Diese Spritzgießmaschinen werden auch in der richtigen Produktion verwendet und kosten 40.000 Euro.“ Am kostspieligsten seien aber die Formwerkzeuge: „Bis zu 800.000 Euro können die bei besonderen Anfertigungen kosten.“, sagt der Besucherbetreuer.

Die Besucher erfahren auch, warum die Playmobilfiguren keine Nasen haben: „Zum einen wird mit einer Nase der clownhafte Ausdruck stärker wahrgenommen, und zum anderen war es früher schwierig, die Nasen herzustellen“, so Schöniger.

Playmobil ist der größte deutsche Spielzeughersteller und hat weltweit 4000 Mitarbeiter. Pro Sekunde entstehen in den Werken 3,5 Figuren. Drei Milliarden wurden bis heute hergestellt. Würde man die Arme ausstrecken und alle Puppen nebeneinanderlegen, könnte die Kette den Erdball 3,7 Mal umschließen.

In der Kinderführung werden die bunten Wimmelvitrinen erkundet. Sie beginnen samstags um 14 und sonntags um 11 Uhr. In der parallel laufenden Erwachsenenführung zur Technikgeschichte, werden auch die realen Exponate vorgestellt. Zudem bietet das Museum Erwachsenenführungen am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ab 15 Uhr an. Die Playmobil-Ausstellung ist noch bis zum 25. August zusehen.