Hoffnung bei der Stadt Bonn

Oper soll vor Beethoven-Jubiläum fertig sein

Die Oper in Bonn.

Die Oper in Bonn.

Bonn. Die Zukunft der Bonner Oper ist unklar, bis zum Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 soll die Betriebsfähigkeit aber sichergestellt sein. Die Stadt investiert nun, um besonders gravierende Mängel zu beheben.

Die Betriebsfähigkeit des Opernhauses soll rechtzeitig vor dem Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 sichergestellt werden. „Nach der Spielzeitpause 2019 werden wir mit dem Gröbsten durch sein“, versichert Kulturdezernent Martin Schumacher, der noch bis Ende November im Amt ist. Unabhängig von der Entscheidung, ob die Oper mittelfristig instand gesetzt oder neu gebaut wird, investiert die Stadt 7,25 Millionen Euro, um besonders gravierende Mängel zu beheben. Rund 3,4 Millionen fließen davon in die Instandsetzung der alten Bühnenmaschinerie, der sonst ab 2020 die Stilllegung droht. Weiterer Schwerpunkt sind Brandschutzmängel, die beseitigt werden. Laut Stadt werden etwa die Brandmeldeanlage ertüchtigt, Teile der Sprühflutanlage erneuert und Brandschutzkappen ausgetauscht.

Die undichten Brandschutztüren auf den Fluchtwegen in den Treppenhäusern seien komplett ausgetauscht worden, erklärte Schumacher auf GA-Nachfrage. Auch Generalintendant Bernhard Helmich betonte: „Es wurde immer alles getan, um kontinuierlich den Vorschriften zu genügen. Die Oper ist sicher.“ Zu den Investitionen, die bis 2019 geplant sind, gehören auch Baumaßnahmen an den Toiletten. Für das Schauspielhaus kalkuliert das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) weitere 2,95 Millionen Euro ein, um den Spielbetrieb zu sichern. Für die Beueler Theaterwerkstätten sind es 2,26 Millionen Euro für Brandschutz, Heizung und Dachsanierung.

Beratung zu Gutachten Anfang Oktober

Die Sofortmaßnahmen reichen aber nicht, um alle Auflagen der Feuerwehr und des Bauordnungsamtes zu erfüllen, unterstreicht Kulturdezernent Schumacher. „Brandschutz und Arbeitssicherheit zwingen uns zum Handeln.“ Er drängt deshalb, spätestens im nächsten Jahr zu entscheiden, wie es mit Oper, Schauspiel und dem Theaterstandort Beuel weitergehen soll. Ein Gutachten im Stadtauftrag beleuchtet, wie berichtet, sechs Varianten von Instandsetzung bis Neubau, die nach ersten Prognosen zwischen 130 und 161 Millionen Euro kosten würden.

Das Gutachten wird am 4. Oktober erstmals im Kulturausschuss beraten (18 Uhr, Stadthaus) und geht später in den Stadtrat. Anders als die anderen Fraktionen haben die Sozialliberalen allerdings keinen Diskussionsbedarf mehr: Die dreiköpfige Fraktion fordert die Schließung der Oper. Bonn, heißt es in einer Presseerklärung, könne sich ein dreistellige Millioneninvestition in Theatergebäude nicht leisten, wenn gleichzeitig Schulen und Bäder verfallen.