Remise am Poppelsdorfer Schloß wird umgebaut

Neuer Eingang für den Botanischen Garten

BONN. Nun soll es endlich was werden: Die verrottende Remise am Poppelsdorfer Schloß soll nicht länger leerstehen, sondern der neue Eingang zum Botanischen Garten werden. Richtig schick und einladend mit Kasse, Shop und Vitrinen. Ein besonderer Anziehungspunkt wird ein Restaurant mit großer Terrasse zum Garten hin.

Die Eröffnung ist für Mai 2016 geplant. "Wir warten seit 20 Jahren darauf", sagte gestern Wolfram Lobin, Kustos der Botanischen Gärten, bei der Vorstellung des Projektes. Schon mehrfach hatte es Vorstöße gegeben, die Remise zu bewirtschaften und als Eingang zum Garten zu gestalten (der GA berichtete). Das scheiterte letztlich aber, weil ein Investor fehlte.

Lobin ist, wie viele andere, mit dem wenig repräsentativen Eingang - später nur noch Ausgang - an der Meckenheimer Allee unzufrieden. Uni-Kanzler Reinhardt Lutz sprach sogar von einer "Schmuddelecke". Dabei sei der Botanische Garten für ihn "der schönste Platz von Bonn". So hat sich die Bonner Universitätsgesellschaft (UGB) als Mieterin der Remise jetzt mit einer Erben- und Investorengemeinschaft, die der Bonner Rechtsanwalt Dirk Vianden vertritt, zusammengetan, um die Remise in ein "Juwel in der sehr lebenswerten Landschaft mit Schloss, Poppelsdorf und der Sichtachse zur Uni" zu verwandeln, wie es UGB-Vorsitzender Michael Kranz formulierte.

Für Vianden handelt es sich um ein bönnsches, universitäres und kulinarisches Projekt. "Dafür setze ich mich gerne und nach Herzenslust ein", sagte er. "Manchmal gebietet es sich aus Respekt vor dem Vorhandenen, unsichtbar zu bauen", sagte der Bonner Architekt Karl-Heinz Schommer, der die Sanierung, die im Mai beginnt, mit seiner Tochter Laura Schommer-Wolstein betreut. Die 170 Quadratmeter große Remise, die später bis zu 150 Gästen Platz bietet, soll in ihrer Art und Größe erhalten bleiben.

Um nun Küche, Toiletten und ein Lager unterzubringen, kommen die in ein noch auszukofferndes Tiefgeschoss, das bis unter die Terrasse reichen wird. Dies geschieht "zum Teil mit Hilfe aufwendiger statischer Unterfangungsmaßnahmen im Handbetrieb", sagt Schommer. Später wird es dann in den beiden Flügeln links und rechts des Garteneingangs zwei große Räume geben, die bis hin zum First eine Deckenhöhe von sechs Metern bieten. Der linke Teil der Remise kann auch als Tagungsraum, etwa von der Uni, genutzt werden. Auf einer Empore könnte etwa bei Hochzeitsfeiern Musik gespielt werden.

Auch die hässliche Ecke mit den Mülltonnen am Schloss wird umgestaltet. Die Baustelle soll laut Schommer nicht viel Platz der Schlosswiese einnehmen. Da die Umgestaltung in Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde recht aufwendig ist, müssen die Investoren laut Vianden rund zwei Millionen Euro aufbringen.

Das künftige Café Nees, für das gerade ein Wirt gesucht wird, ist nach dem Botaniker Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck (1776 bis 1858) benannt, der den Neuaufbau des Botanischen Gartens von 1819 bis 1830 leitete. Für ihn war das, wie er sagte, ein "wohltuender Zeitvertreib". Geboten werden im Café Nees künftig Frühstück, Mittag- und Abendessen - exquisit, aber auch für den schmaleren Geldbeutel.