Festival Bonner Schulkultur

Nach 30 Jahren das Aus

„American Night Fever“: Schüler des Helmholtz-Gymnasiums inszenierten das Musical vor fünf Jahren farbenprächtig in der Bundeskunsthalle im Rahmen des Schulkulturfestivals.

„American Night Fever“: Schüler des Helmholtz-Gymnasiums inszenierten das Musical vor fünf Jahren farbenprächtig in der Bundeskunsthalle im Rahmen des Schulkulturfestivals.

Bonn. Nach 30 Jahren soll das von Stadt und Bundeskunsthalle unterstützte Festival Bonner Schulkultur eingestellt werden.

Eine Beschlussvorlage, die am 7. September auf der Tagesordnung des Schulausschusses steht, begründet das bevorstehende Aus vor allem mit fehlenden personellen Kapazitäten. Tausende von Schülern haben im Laufe der Jahrzehnte im Rahmen des jährlichen Events Bühnenauftritte einstudiert, deren Inhalte bis zur Premiere ein gut gehütetes Geheimnis blieben.

Seit Bestehen der Bundeskunsthalle war dort neben Aufführungen die parallel laufende Präsentation der Biennale „Kunst aus Bonner Schulen“ im Zwei-Jahres-Rhythmus zu sehen.

Gegründet und organisiert hat das Festival einst der ambitionierte Bonner Lehrer Toni Barg vom Carl-von-Ossietzky-Gymnasium. Nach seinem Tod im Jahr 2007 haben die Söhne Simon und Julian sowie Ehefrau Hilde seine Arbeit bis 2014 weitergeführt.

Danach ging es nicht mehr. Die beiden Brüder hat es nach dem Studium nach Hamburg und Düsseldorf verschlagen. „Und alleine schaffe ich das nicht mehr“, begründete Hilde Barg diesen Schritt am Montag gegenüber dem General-Anzeiger. Es sei schade und bedauerlich, dass es nicht weitergehe. 30 Jahre seien aber auch eine lange Zeit.

Zunächst sah es so aus, als könne es eine Fortsetzung geben. Ein pensionierter städtischer Mitarbeiter hatte sich bereit erklärt, die weitere Organisation zu übernehmen. „Dieser Kollege steht für die Aufgabe leider nicht mehr zu verfügen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage ohne nähere Ausführungen.

Die Schulverwaltung selbst könne „diese ,Kümmerer-Funktion' nicht übernehmen“, weil sie in einer Phase der Neuorientierung und „bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet“ sei.

In mehreren Gesprächen waren Stadt und Bundeskunsthalle zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Weiterführung nur Sinn im Rahmen eines veränderten Konzepts ergebe. Das sei ohne eine externe Person eben nicht zu stemmen.

Eine Neuausrichtung müsse sich vor allem an den Veränderungen des Schulalltags mit offenem und gebundenem Ganztag, dem Wechsel zum Abitur nach acht Jahren an den Gymnasien (G8) und dem Thema Inklusion orientieren: „Zugleich ist es damit immer schwieriger geworden, im schulischen Alltag Projekte wie die Kreation künstlerischer Beiträge für das Bonner Schulkulturfestival zu verankern, mögen sie aus pädagogischer Sicht noch so sinnvoll sein.“

Das vorläufige Aus für das Festival stelle aber zweifellos einen Einschnitt in der Bonner Schulkulturlandschaft dar.