Bonner Startup-Unternehmen

NRW-Nachhaltigkeitspreis für "Wertewandel"

Preisverleihung in Essen: NRW-Umweltminister Johannes Remmel (von rechts) hat am Freitag die beiden Bonner Sebastian Schulz und Milan Wolfs mit dem Qualitätssiegel „Werkstatt N“ ausgezeichnet.

Preisverleihung in Essen: NRW-Umweltminister Johannes Remmel (von rechts) hat am Freitag die beiden Bonner Sebastian Schulz und Milan Wolfs mit dem Qualitätssiegel „Werkstatt N“ ausgezeichnet.

Bonn. Faire und ökologische Produkte kaufen, Carsharing nutzen, Ökostrom beziehen – nachhaltiges Konsumverhalten sollte belohnt werden, finden Milan Wolfs und Sebastian Schulz. Darum entwickelten die beiden Absolventen der Alanus Hochschule das erste ganzheitlich nachhaltige Bonusprogramm mit Namen „Wertewandel“: NRW-Umweltminister Johannes Remmel hat die Bonner Betriebswirte dafür am Freitag mit einem Nachhaltigkeitspreis belohnt.

Gemeinsam mit dem Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung (RNE), Professor Günther Bachmann, zeichnete der Minister am Freitag in Essen 14 Projekte aus NRW mit dem Qualitätssiegel für Nachhaltigkeit aus. Die „Werkstatt N“ genannte Auszeichnung wird vom RNE seit 2010 jährlich für besonders vorbildliche und innovative Ideen vergeben, die den Weg in eine nachhaltige Gesellschaft weisen. Für ihr Vorhaben werden die Jungunternehmer außerdem seit Anfang März mit einem dem Exist-Gründungsstipendium in Höhe von 123.500 Euro gefördert: Das Programm des Wirtschaftsministeriums wird durch den Europäischen Sozialfonds kofinanziert.

Die Idee der Jungunternehmer: Kunden sammeln mit jedem Einkauf bei ausgesuchten Partnerunternehmen Bonuspunkte, die einem bestimmten Geldwert entsprechen und für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen eingelöst oder in Spenden umgewandelt werden können. „Wir möchten so in einem eher spielerischen Kontext bei den Nutzern ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit schaffen und ihnen Wissen vermitteln“, erläutert Schulz das Konzept des Startups. Als Partner konnten die Gründer bereits mehrere namhafte Unternehmen aus dem Bio-Einzelhandel und Nichtregierungsorganisationen gewinnen; auch ein großer Ökokostromanbieter gehört dazu.

„In Deutschland zeichnet sich seit einigen Jahren ein Wertewandel in der Gesellschaft ab: Immer mehr Menschen greifen zu Bio- und Fairtrade-Produkten und auch für Unternehmen wird das Thema Corporate Responsability zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor“, so Schulz weiter. Einer aktuellen Marktstudie zufolge soll der Anteil der Deutschen, die regelmäßig nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen kaufen, von aktuell 25 auf etwa 65 Prozent im Jahr 2025 steigen. „Das bedeutet jedes Jahr einen Umsatz von 50 Milliarden Euro für grüne Produkte“, so der Jungunternehmer. Das Gründungsprojekt ist an der Alanus Hochschule entstanden und wird vom Rektor und Leiter des Instituts für philosophische und ästhetische Bildung Marcelo da Veiga unterstützt.

Kennengelernt haben sich die beiden Gründer während des Studiengangs „Wirtschaft neu denken“. „Wir haben schnell gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge funken und eine gemeinsame unternehmerische Vision teilen“, erinnern sich beide an den Beginn ihrer Zusammenarbeit. Der eher ungewöhnliche Studiengang an der Alfterer Hochschule habe ihnen neben den theoretischen Grundlagen und der praktischen Ausbildung in Unternehmen auch den notwendigen Weitblick und die Motivation zur Konzeption ihres Geschäftsmodells vermittelt. Bei der Entwicklung der technischen Strukturen wollen die beiden eng mit anderen IT- Unternehmen zusammenarbeiten.

Die Preisverleihung im Rathaus der Stadt Essen war gestern eingebettet in ein Fachforum zu Nachhaltigkeitsstrategien, das von der Stadt Essen als „Grüne Hauptstadt Europas 2017“ veranstaltet wird, sowie die Hauptversammlung der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 (LAG 21), die ebenfalls im Essener Rathaus stattfand.

Weitere Informationen zu den Werkstatt N-Projekten auf www.werkstatt-n.de, zum Projekt auf www.wertewandel.de