Traum vom Neustart geplatzt

Mallorca-Auswanderer verklagt Bonner Umzugsfirma

Vor den Küsten Mallorcas erreicht die Wassertemperatur derzeit 26 Grad.

Im Mai 2015 wollte der Rentner nach Mallorca auswandern, wo er und seine Frau eine Finca besitzen.

Bonn. Dieser Neustart auf der Sonneninsel Mallorca war für einen Rentner aus Niedersachsen alles andere als glücklich. Der 72-Jährige fordert vor dem Bonner Landgericht jetzt 46.500 Euro.

Als die von ihm für den Umzug beauftragte Bonner Firma mit seinem Hausstand anrückte, waren viele Teile der Einrichtung demoliert oder fehlten sogar ganz. Nun hat der 72-Jährige das Unternehmen vor dem Bonner Landgericht auf Schadensersatz verklagt, wie Gerichtssprecher Bastian Sczech bestätigte.

Im Mai 2015 wollte der Rentner nach Mallorca auswandern, wo er und seine Frau eine Finca besitzen. Der Auftrag an die Bonner Transportfirma erging telefonisch, am 27. April sollte in Niedersachsen alles eingeladen und am 6. und 7. Mai auf Mallorca alles wieder ausgeladen werden.

Am 23. April schickte die Umzugsfirma ein Angebot über 20 Kubikmeter Hausrat, doch der Rentner erkannte, dass er damit nicht auskommt. Die Firma sagte daraufhin zu, einen Lastwagen mit mehr als 50 Kubikmetern Fassungsvermögen zu schicken samt Anhänger. Kosten sollte der Transport dem Rentner zufolge 6700 Euro.

Doch statt am 27. April kam der Wagen erst am 29. April – kleiner als zugesagt und ohne Anhänger und ohne Hebebühne. Die vier Helfer, so der Kläger, hätten es alleine nicht in der zur Verfügung stehenden Zeit geschafft, denn am 30. April war die Fähre gebucht. Er habe selbst mit anpacken müssen. Und: Der Wagen war zu klein, es passte nicht alles hinein. Ein zweiter Wagen kam, aber dennoch mussten Fahrräder und Gartenmöbel in Deutschland bleiben.

Dem Rentner zufolge musste er noch vor Abfahrt der Wagen bar zahlen: 5500 Euro an den Fahrer des ersten und 2000 Euro für den zweiten Wagen.

Am 4. Mai seien dann plötzlich, so der Kläger, zwei ganz andere kleine Transporter einer lokalen Firma angekommen, und deren Fahrer hätten ihm gedroht, alles wieder mitzunehmen, wenn er nicht 5376 Euro in bar herausrücke. Die Ladung habe er nicht ansehen dürfen. Und als dann ausgeladen worden sei, sei die böse Überraschung perfekt gewesen: Von den verladenen 75 Kubikmetern seien nur 40 angekommen. Möbel, darunter auch antike Stücke, und Elektrogeräte seien verschwunden oder stark beschädigt gewesen. Dabei habe er alles sorgfältig in Noppenfolie, Decken und Folie verpackt. Er fordert nun als Schadensersatz 46.500 Euro.

Die beklagte Firma aber bestreitet rundweg alles und erklärt: Der 72-Jährige habe ja schließlich sogar vor Ort unterschrieben, alles ordnungsgemäß erhalten zu haben. Das wiederum bestreitet der Rentner und versichert: Einer der Fahrer habe seine Unterschrift gefälscht. Nun muss die 18. Zivilkammer den Fall entscheiden.