Polizei in Bonn

Leerstehende Wache Gabi kostet 170.000 Euro Miete

Im bisherigen Provisorium an der Maximilianstraße stehen Frank Habeth (l.), Leiter der Wache Gabi, und Ulrich Sievers, Leiter der Kriminalinspektion, die unter anderem für Drogendelikte zuständig ist.

Im bisherigen Provisorium an der Maximilianstraße stehen Frank Habeth (l.), Leiter der Wache Gabi, und Ulrich Sievers, Leiter der Kriminalinspektion, die unter anderem für Drogendelikte zuständig ist.

Bonn. Die Verzögerungen bei der Wache Gabi in der Cassius-Bastei belasten den städtischen Haushalt. Das Provisorium an der Maximilianstraße soll weiterhin genutzt werden.

Diesen Freitag soll es endlich so weit sein: Dann wird nach mehrmonatiger Verspätung die neue Gemeinsame Anlaufstelle Bonner Innenstadt in der Cassius-Bastei eröffnet. Während Polizeibeamte und Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamts dann in einem vernünftigen Arbeitsumfeld weiterhin ihren Beitrag zu Sicherheit und Ordnung im Bonner Zentrum leisten werden, hinterlässt das neue Domizil der Wache Gabi im Haushalt der Stadt schon seit geraumer Zeit seine Spuren: 168.719,52 Euro wird die Stadt bis August an Miete gezahlt haben – obwohl in den Räumen bislang nicht etwa Ordnungshüter, sondern lediglich Handwerker tätig waren. Diesen Betrag gab die Verwaltung jetzt den Mitgliedern des Betriebsausschusses für das Städtische Gebäudemanagement zur Kenntnis.

In der Cassiusbastei ist die Stadt schon seit September 2016 Mieter. Nach letztem Stand sollen die Ordnungshüter dort am 6. Juli einziehen. Die Ursachen dafür, dass man seit 22 Monaten für eine leer stehende Immobilie zahlte, sieht die Stadtverwaltung in einer Reihe Verzögerungen bei den erforderlichen Umbauarbeiten und nennt Asbestbelastungen, zahlreiche Änderungswünsche der Polizei als Nutzer der Räume und Beschwerden der Nachbarn über den Lärm der Handwerker. Für Diskussionen hatte bekanntlich bereits die Feststellung gesorgt, dass es in der neuen Wache Gabi keine Umkleidemöglichkeiten für die Beamten geben wird.

Zur Erinnerung: Durch den Abriss der Südüberbauung musste die Wache aus den jahrzehntelang genutzten Räumen am Zugang zu den U-Bahnsteigen weichen. Seit Januar 2017 gibt es ein Provisorium etwa 100 Meter Luftlinie entfernt, im Altbau an der Maximilianstraße 32.

Miete beträgt 118.000 Euro jährlich

Die öffentlich zugängliche Wache liegt im Erdgeschoss, die restlichen drei Stockwerke dienen den Ordnungshütern als Umkleide: zwei für Herren und im obersten Geschoss eine für Damen. Für diese Immobilie zahlt die Stadt knapp 34.000 Euro Jahresmiete. Bereits zu Beginn des Provisoriums stellte das Ordnungsamt klar, dass diese Räume mit dem Neubezug in der Cassius-Bastei, Münsterstraße 18, nicht aufgegeben werden sollen. Deshalb soll das Provisorium weiter genutzt werden.

Für den städtischen Haushalt bedeutet dies einen verbleibenden Mietaufwand für die Räume in Cassiusbastei und Maximilianstraße von zusammen insgesamt knapp 118.000 Euro pro Jahr. Und bei diesem Betrag soll es auf unbestimmte Zeit bleiben. Kritik an den „Doppelstandort“ kommt unterdessen von der Gewerkschaft der Polizei. Für sie ist eine separate Umkleide „keine Dauerlösung“. Von einer Alternative ist in den jüngsten Stellungnahmen der Stadtverwaltung jedoch keine Rede.