Theater in Bonn

Koalition will Sanierung auf Mindeststandard

Bernhard Helmich leitet das Theater Bonn.

Bonn. Wenn die Ratspolitiker am Dienstag eine Grundsatzentscheidung zur Zukunft des städtischen Theaters fällen, wird es auch um die dringend nötige Sanierung des Opernhauses und der Kammerspiele gehen.

Die Stadtverwaltung soll ermitteln, wie viel mindestens investiert werden muss, um den Spielbetrieb in beiden Häusern aufrechtzuerhalten. Allein für diese Vorplanung sollen knapp eine Million Euro freigegeben werden.

Am Ende werden aber ganz andere Millionensummen fällig sein. Generalintendant Bernhard Helmich hat extra eine Architektin eingestellt, um den Sanierungsbedarf ermitteln zu lassen. Gestern hielt er sich zwar bedeckt: "Ich will den Beschlüssen der politischen Gremien nicht vorgreifen", sagte Helmich. Als Entscheidungsgrundlage hat er den Stadtverordneten aber eine umfangreiche Stellungnahme zukommen lassen. Darin wird zum einen betont, dass die mittelfristigen Sparvorgaben für das Theater (3,5 Millionen Euro ab 2020) "in der derzeitigen Struktur des Theaterbetriebs nicht erzielt werden können", nachdem man seit 2006 bereits 71 Stellen abgebaut habe. Zum anderen wird auch der Sanierungsbedarf der Häuser beziffert.

Bei der 50 Jahre alten Oper entspreche der Brandschutz nicht mehr heutigen Standards; es gebe Mängel an Dach, Terrassen und Fassade; die Haustechnik sei marode. Allein für eine reine Mängelbeseitigung kalkuliert das Theater 37 Millionen Euro (davon 23 Millionen für den Brandschutz). Wollte man umfassend sanieren, also alle Räume und die äußere Hülle erneuern, das Gebäude energetisch ertüchtigen und die technischen Anlagen modernisieren, würden die Kosten auf rund 75 Millionen Euro steigen, so das Sanierungskonzept des Theaters.

Für die 1951 eröffneten Kammerspiele setzt das Konzept für die bloße Beseitigung der Mängel rund 5,8 Millionen Euro an. Bei einer umfassenden Sanierung würden die Gesamtkosten demnach grob geschätzt bei zwölf Millionen Euro liegen. Es gebe Mängel im Brandschutz, bei der Haus- und der Bühnentechnik. Zudem sei eine energetische Sanierung anzuraten. Im selben Papier lässt Helmich auch die Neubaukosten für einen integrierten Schauspielsaal an der Oper benennen: 39,1 Millionen Euro. Den Opernsaal nach einigen Umbauten - wie schon in den 70er Jahren - für beide Sparten zu nutzen, hält die Theaterleitung für nicht praktikabel.