Geht die Saison in Bonn los?

Kirschblüten zeigen sich schon in der Altstadt

GA-Leser Wim de Vries hat die ersten Kirschblüten 2019 in der Maxstraße fotografiert.

GA-Leser Wim de Vries hat die ersten Kirschblüten 2019 in der Maxstraße fotografiert.

Bonn. Wenn sich die ersten Kirschblüten in der Maxstraße zeigen, dauert es normalerweise nicht mehr lange, bis auch der Rest der Altstadt in einem Meer aus Weiß und Pink versinkt. Bis es jedoch soweit ist, muss es erst noch für ein paar Tage warm bleiben.

Alle Jahre wieder wird die Bonner Altstadt in ein rosa-farbenes Dach gehüllt. Wenn in der Heerstraße die Kirschbäume blühen, strömen die Menschen zahlreich in die Altstadt, um sich das Naturspektakel anzuschauen. Die ersten Bäume in der Maxstraße treiben bereits aus und präsentieren ihre berühmten rosa Blüten. Nach den überraschend milden Temperaturen im Dezember waren vereinzelte Bäume in der Altstadt schon vor Monaten farbenprächtig geschmückt gewesen.

Früher war es ein Geheimtipp, heute wird die Heerstraße in den sozialen Netzwerken als eine der schönsten Straßen der Welt bezeichnet. Ein schönes Resultat, das Lieferproblemen und Geldmangel zu verdanken ist. „Eigentlich hatten wir Weißdorn ausgesucht“, so die ehemalige Bonner Stadtplanerin Brigitte Denkel, die regelmäßig Führungen anbietet. Weil in den hiesigen Baumschulen damals der komplette Bestand eingegangen war, fiel die Wahl auf die Japanischen Zierkirschen. Geldmangel führte dann dazu, dass die Bäume nicht gestutzt werden konnten. Das Resultat bestaunen die Menschen nun jährlich im Frühling: die Kirschblüte in Bonn.

Die Altstadt Initiative und der Verein „Peter, Paul und Freunde“ setzen sich gemeinsam dafür ein, dass die Besucher während des Naturspektakels einige Veranstaltungen geboten bekommen. Ein verkaufsoffener Sonntag wurde zuletzt einstimmig von der Bezirksvertretung Bonn abgelehnt. Politischer Konsens war, Akteure und Verwaltung an einen Tisch zu holen. Das geschah am Mittwochabend. „Die Atmosphäre war sehr angenehm“, sind sich Victoria Harlos von der Altstadt Initiative und Bezirksbürgermeisterin Brigitta Poppe-Reiners einig.

Initiative und Bezirksvertretung klären Kostenfragen

Die Bezirksvertretung sei sehr bemüht gewesen, die Anwohner zu entlasten. Bei der Zusammenkunft konnten einige offene Fragen geklärt werden. So werden zum Beispiel die Kosten für die mobilen Toiletten, drei reguläre und eine barrierefreie, von der Bezirksvertretung übernommen. „Die werden aus dem sogenannten „Feuerwehrtopf“ gezahlt“ so Poppe-Reiners. Zudem sollen in der Altstadt Schilder mit dem Hinweis „Langsam fahren“ und „Achtung Fußgänger“ aufgestellt werden. Die Durchfahrt von Reisebussen soll ebenfalls mit Schildern verboten werden.

Neben dem jährlichen Fotowettbewerb, einigen Lesungen, einem Häuserflohmarkt und Kunstaktionen im Artefact, möchte Harlos einen Kreativmarkt auf dem Schulhof der Marienschule organisieren. Den Antrag habe sie vor Karneval bei der Stadt eingereicht. Zum aktuellen Stand der Genehmigung konnte sich die Stadt am Freitag auf GA-Anfrage nicht äußern. Neben dem städtischen Gebäudemanagement müsse auch das Ordnungsamt zustimmen. Ein wenig Zeit, bis die Entscheidung fallen muss, bleibe noch. Denn bis es so richtig losgehe, müsse man sich noch gedulden, so Cornelia Löhne, Kustodin der Botanischen Gärten Bonn.

Bis es so richtig losgehe, müsse man sich noch etwas gedulden, so Cornelia Löhne, Kustodin der Botanischen Gärten Bonn. Sie spüre den Frühling bereits in den Gärten, Pflanzen wie Krokusse und Osterglocken würden bereits ausschlagen. Aber sie macht auch deutlich: "Die Blütezeit ist kein Schalter, der umgelegt wird."

Damit die Kirschen in voller Pracht erblühen könnten, müsse es mehrere Tage hintereinander warm bleiben - und danach sieht es auch in der kommenden Woche noch nicht aus. Selbst für Experten wie Löhne bleibe es also ein Blick in die Glaskugel.