Jahrshauptversammlung im WCCB

Hunderte demonstrieren in Bonn gegen Bayer

BONN. Mehr als 500 Demonstranten haben sich am Freitagmorgen vor dem World Conference Center (WCCB) eingefunden, um gegen die Geschäftspolitik von Bayer zu demonstrieren. Der Chemiekonzern hält in Bonn seine Hauptversammlung ab.

Den Großteil der Demonstranten – laut Polizei etwa 400 – machten die zumeist jugendlichen Teilnehmer der Fridays for Future-Kampagne aus, die lautstark mit Transparenten von Hofgarten zum Tagungsort zogen.

Dort hielten zuvor bereits mehrere Gruppierungen, darunter die Coordination für Bayer-Gefahren und der Arbeitskreis bäuerliche Landwirtschaft, eine Kundgebung ab: Sie zeigten vielfältige Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt auf, die ihrer Auffassung nach von Bayer-Produkten ausgehen.

Vor allem die Übernahme des Saatgutherstellers Monsanto sorgt für heftige Kritik, nicht nur bei den Umweltaktivisten, sondern auch bei Anlegern. Die Bayer-Aktie befindet sich seit der Monsanto-Übernahme im Sinkflug. Vor allem in den USA rollt eine Klagewelle gegen das von Monsanto produzierte glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel Round-Up. Die Kläger machen es für Gesundheitsschäden verantwortlich, vor allem Krebserkrankungen. Aktionärsvertreter fordern angesichts der schweren Verluste an der Börse, Konzernchef Werner Baumann die Entlastung zu versagen.

Das wollen auch die Aktivisten vor dem WCCB – allerdings geht es ihnen um soziale Rechte, Umweltschutz, Moral und Ethik, wie es auf einem Flugblatt heißt.