Steigende Grundstückspreise

Hier sind Neubauten in Bonn am teuersten

Der Bedarf an Sozialwohnungen ist deutlich höher als die Zahl der geplanten Neubauten.

In Bonn sind die Preise für Neubauten am höchsten.

Bonn. Unbebaute Grundstücke in Bonn sind 2017 im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden. Wo befinden sich die teuersten, wo die günstigsten Neubauten? Ein Überblick.

Freie Flächen für Mehrfamilienhäuser werden in Bonn deutlich teurer, Objekte aus der Gründerzeit immer gefragter: Rund 1,3 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr auf dem Bonner Immobilienmarkt umgesetzt, acht Prozent mehr als noch im Vorjahr. All das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2018 hervor, den der Gutachterausschuss am Dienstag in Bonn vorgestellt hat.

Gleichzeitig wurden allerdings weniger Objekte verkauft. Grundlage für die Auswertung mit dem Stichtag 1. Januar 2018 sind 2865 notariell beurkundete Kaufverträge. „Erkennbar ist, dass die Kaufpreise stärker steigen als die Mieten, da geht die Schere immer weiter auseinander“, erklärte Annette Lombard, Vorsitzende des Gutachterausschusses.

Teuerste und günstige Neubauten

Eigentumswohnungen: Laut Christof Linnemann, Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, machen Eigentumswohnungen den größten Teil des Bonner Marktes aus. Für jeden Stadtbezirk hat der Gutachterausschuss einen sogenannten Marktrichtwert ermittelt, der sich aus einem normiertem Kaufpreis pro Qua-dratmeter Wohnfläche in Bezug zur Wohnlage zusammensetzt. Die Wohnlagen werden jeweils mit Punktwerten von sieben bis 17 angegeben. Bewertungskriterien sind dabei unter anderem Verkehrslärm, Grünflächen, Image und Verkehrsanbindung.

1462 Wohnungen wechselten 2017 den Besitzer, die meisten davon in Bonn (516), aber auch in Bad Godesberg (354), Beuel (341) und Hardtberg (251). In allen Baualtersklassen mussten die neuen Eigentümer mehr Geld als noch im Vorjahr auf den Tisch legen. Die Preise für Neubauwohnungen stiegen um fast zehn Prozent, für fünf bis 50 Jahre alte Wohnungen um sechs Prozent, für 50 bis 70 Jahre alte Wohnungen um neun Prozent sowie für Gründerzeitwohnungen sogar um 16 Prozent.

Die durchschnittlich teuersten Neubauwohnungen befinden sich in Ippendorf, auf dem Venusberg sowie in Schwarzrheindorf und Beuel-Zentrum (5100 Euro pro Quadratmeter), die preisgünstigsten in Hoholz und Holtorf (3200 Euro pro Quadratmeter). Der höchste Einzelkaufpreis wurde mit 7000 Euro pro Quadratmeter für ein Objekt in Bad Godesberg erzielt. Die Werte sind abhängig von den realisierten Neubauprojekten, für einige der Stadtbezirke liegen daher keine Daten vor.

Steigungen in fast allen Preissegmenten

Bebaute Grundstücke: „In fast allen Preissegmenten sind Preissteigerungen festzustellen“, erklärte Lombard. 2017 wurden mehr bebaute Grundstücke verkauft als noch 2016. Für ein Reihenhaus aus den Jahren 1975 bis 2015 bezahlten die Bonner durchschnittlich 316 000 Euro, für ein frei stehendes Einfamilienhaus 485 000 Euro und für eine Villa fast 1,5 Millionen Euro.

Unbebaute Grundstücke: Auch unbebaute Grundstücke sind im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden. Vor allem die Preise für Bauland für Mehrfamilienhäuser sind um 15 Prozent gestiegen. Flächen, auf denen Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen, wurden um fünf Prozent teurer. Die Preise für Gewerbegebäude blieben jedoch stabil. Insgesamt wurden 257 Grundstücke verkauft, davon 96 in Bonn, 82 in Beuel, 64 in Bad Godesberg und 15 in Hardtberg.

Ladenmieten sind "moderat" angestiegen

Gewerbe: „Bonn ist immer noch attraktiv, was die Innenstadt angeht“, sagte Linnemann. Für Ladenlokale im zentralen Innenstadtbereich, wie beispielsweise in der Sternstraße oder Poststraße, mit einer Größe von 100 Quadratmetern, zahlen Händler durchschnittlich zwischen 65 und 105 Euro. Zum Vergleich: In der besten Lage in der Godesberger Innenstadt zahlen Einzelhändler nur zwischen 21 und 48 Euro pro Quadratmeter für ein Objekt dieser Größe. In Randlagen hingegen nur zwischen sieben und zwölf Euro. Die Ladenmieten im Bereich der Bonner Innenstadt sind laut Lombard insgesamt „moderat“ angestiegen.

Auch die Netto-Kaltmieten für Büroflächen sind im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. In sehr guter und bevorzugter Lage im links- und rechtsrheinischen Bundesviertel zahlten Firmen zwischen 11,50 und 18 Euro. Für Büros im Zentrum, rund um das Stadthaus und am Rande des ehemaligen Regierungsviertels, mussten Unternehmer zwischen 8,50 und 13 Euro pro Quadratmeter ausgeben. In den Stadtbezirkszentren von Beuel, Bad Godesberg und Duisdorf lagen die Mieten für Büroflächen zwischen 8,50 und zwölf Euro.