Kriegsfolgen

Höherer Zustrom von Kurden aus Afrin nach Bonn

Abordnung aus Bonn: Am ersten Sonntag im Mai findet in Düsseldorf traditionell der Marsch der türkischen „Grauen Wölfe“ statt, üblicherweise mit rund 1000 Teilnehmern.

Abordnung aus Bonn: Am ersten Sonntag im Mai findet in Düsseldorf traditionell der Marsch der türkischen „Grauen Wölfe“ statt, üblicherweise mit rund 1000 Teilnehmern.

Bonn. Seit der Bürgerkrieg in Syrien ausgebrochen ist, sind Tausende Kurden auch nach Bonn geflüchtet. Viele davon stammen aus der Region um Afrin, in der aktuell der türkische Militäreinsatz gegen die kurdische Miliz YPG stattfindet.

Mehr als verdoppelt, so schätzt man im Vorstand des Deutsch-Kurdischen Kulturhauses, habe sich die Zahl der Kurden in Bonn und der Region, seit in Syrien der Bürgerkrieg ausgebrochen ist.

Inzwischen sei sie auf rund 7000 Menschen gestiegen. Bemerkenswert dabei ist, dass die Mehrheit der aus Syrien eingereisten Kurden ihre Heimat in der aktuell umkämpften Region um Afrin habe. „Entsprechend groß ist die Anteilnahme“, sagt Elmez Ayda, Co-Vorstand im Kulturhaus. Und auch die türkische Gemeinschaft ist in Bonn und Umgebung stark vertreten, wie das städtische Presseamt zu berichten weiß. Allein auf Bonner Stadtgebiet lebten zum Jahreswechsel 2016/17 insgesamt 8321 Personen mit türkischen Wurzeln, die entweder Doppelstaatler oder Ausländer (5345 Personen) sind.

Eine verlässliche Zahl der Kurden in Bonn liegt der Stadtverwaltung nicht vor, doch seien der Stabsstelle Integration viele Kurden aus den Ländern Türkei, Syrien und Irak bekannt. „In der Migrations- und Flüchtlingsarbeit ist Kurdisch eine der immer benötigten Sprachen“, teilt die Integrationsbeauftragte mit. In Bonn ist seit Jahrzehnten die Zahl der syrischen Kurden hoch, da diese auch schon vor dem Bürgerkrieg und in den 80er Jahren vor dem Regime hätten fliehen müssen.