Frauenzentrum in Bonn

Frauenrechtlerin berichtete von ihrer Arbeit

Frauenrechtlerin Mansoureh Shohai (links) erzählte im ifz mit Hilfe ihrer Dolmetscherin Azadeh Dolatshahi von ihrer Flucht aus dem Iran.

BONN. Aktivistin Mansoureh Shojai erzählte im Internationalen Frauenzentrum von ihrer Arbeit. Eine neue Ausstellung im beschäftigt sich mit dem Iran.

Eingeschüchtert, diffamiert, eingesperrt. In vielen Ländern der Erde werden Frauenrechtlerinnen noch immer verfolgt, verhaftet und ohne juristische Verhandlungen für lange Zeit inhaftiert. Dieses Schicksal teilt auch Mansoureh Shojai mit vielen anderen Aktivistinnen.

Die Bibliothekarin, Journalistin und Übersetzerin wurde im Iran zwischen 2005 und 2009 dreimal verhaftet und ins Gefängnis gesperrt. Jetzt lebt sie in Deutschland und setzt sich von Europa aus für die Rechte der Frauen in ihrem Heimatland sowie Gleichheit und Gerechtigkeit von Mann und Frau ein.

Im Internationalen Frauenzentrum (ifz) an der Bonner Quantiusstraße erzählte sie von ihrer Arbeit, von ihrer Flucht und dem Neuanfang in Deutschland. Anlass für ihren Besuch war die Eröffnung der Ausstellung von Amnesty International "Noch schlägt das Herz des Iran". In Dublin erstmals präsentiert, tourt die Schau jetzt durch mehrere deutsche Städte und reist dann weiter nach Österreich.

Der Kampf der Frauen im Iran ist aktueller denn je. "Seit Jahren wird in meinem Heimatland Druck auf Frauen ausgeübt. Die Aktivistinnen haben keine Wahl. Entweder sie landen im Gefängnis oder sie müssen alles zurücklassen und Hals über Kopf ins Ausland fliehen", erzählte auch Noushin Shojaei, seit drei Jahren Vorsitzende des Internationalen Frauenzentrums Bonn.

Sie kam vor 27 Jahren nach Deutschland. "Noch immer werden Frauen von Bildung sowie Schlüsselpositionen des Staates ausgeschlossen." Frauen aus Südamerika, Persien, Russland und der Türkei machen heute die größten Gruppen innerhalb des ifz aus.

Bildung, Beratung, Begegnung, unter diesem Motto werden Vorträge über die kulturelle, rechtliche, soziale und gesellschaftliche Situation der Frauen in verschiedenen Ländern angeboten sowie Themen wie Gesundheit, Aids, Krieg, Asyl, Migrationspolitik aus Sicht von Frauen angesprochen. Sprach- und Computerkurse runden das Angebot ab.

"Ein fester Bestandteil im Kalender ist unser internationales Frühstück", erzählt Noushin Shojaei stolz. Vor der Eröffnung der Ausstellung stellte sie auch das Programm für die nächsten Wochen vor: Ende Januar treffen sich die Frauen im Landesmuseum zum Tanztheater (Eintrittskarten dafür sind unter der Telefonnummer 0228/9652465, erhältlich), im März steht ein Vortrag auf dem Programm, der sich mit dem Thema Altkleider beschäftigt.

"Dabei werden wir unser Augenmerk natürlich auf die Frauenarbeit und die Unterdrückung der Frauen gerade in diesem Geschäft legen", so die Vorsitzende. Im April erwartet sie eine Delegation aus Minsk, mit der man sich über die Frauenpolitik in Weißrussland und Deutschland austauschen will.

Die Ausstellung "Noch schlägt das Herz des Iran" ist bis Ende Januar in den ifz-Räumen an der Quantiusstraße 8 zu sehen.

Internationales Frauenzentrum

Vor 15 Jahren gründeten engagierte Frauen aus dem Ausländerbeirat der Stadt Bonn und dem Arbeitskreis "Frauen Eine Welt" das Internationale Frauenzentrum (ifz). Heute gibt es rund 212 Mitglieder aus Europa, Asien, Afrika und Südamerika.

24 Organisationen aus der Friedens- , Flüchtlings- und Frauenarbeit haben sich ebenfalls dem Internationalen Frauenzentrum angeschlossen.