"Tag des Zebrastreifens"

Fachsimpeln über Farbstreifen

Mitarbeiter der Firma Sovitec gaben einem der Zebrastreifen auf der Poppelsdorfer Allee gestern einen neuen, frischen Anstrich. FOTO: BARBARA FROMMANN

Mitarbeiter der Firma Sovitec gaben einem der Zebrastreifen auf der Poppelsdorfer Allee gestern einen neuen, frischen Anstrich.

BONN. Straßenmarkierung, das ist nicht einfach weiße Farbe auf grauem Asphalt, sondern eine Wissenschaft für sich.

"Heute wird eine Kombination aus Flüssigkeit und feinen Glasperlen verwendet. Die sorgen dafür, dass man die Streifen nachts auch sehen kann", erklärte gestern Dieter John von der Deutschen Studiengesellschaft für Straßenmarkierung.

Die DSGS veranstaltete gestern in Bonn ihren "Tag des Zebrastreifens", und in diesem Rahmen wurde auf Höhe der Poppelsdorfer Allee ein Teil der Straßenmarkierung erneuert, genauer gesagt die an der Fußgängerampel über den Bonner Talweg. Dort war ein deutlicher Verschleiß zu erkennen. Kein Wunder, denn laut Peter Esch, Leiter des Bonner Tiefbauamtes, fahren in Richtung Bonner Talweg täglich rund 10 000 Fahrzeuge, in Richtung Baumschulallee sind es 6500 bis 7000. Und das setzt den Streifen mächtig zu.

Diese Arbeiten wurden kostenlos von den Firmen Eurovia und Sovitec durchgeführt, die beide der DSGS angehören. Auch der Zebrastreifen auf der Abbiegespur auf die Baumschulallee sollte eigentlich erneuert werden, was wegen der durchfahrenden Gelenkbusse aber gestern nicht möglich war. Esch sicherte aber zu, dass das in Kürze nachgeholt wird.

Den "Tag des Zebrastreifens" richtet die Studiengesellschaft seit acht Jahren aus: Jährlich wird dafür eine Stadt, die sich vorher beworben hat, ausgewählt, in der der Zustand der Markierungen und der Wissensstand in Sachen Regelwerke überprüft werde. Dort werden auch vereinzelt nicht mehr funktionstüchtige Fußgängerüberwege erneuert.

Der "Tag des Zebrastreifens" begann in Bonn mit einem Empfang bei Bürgermeisterin Gabriele Klingmüller im Alten Rathaus und einem Fachgespräch zum Thema Richtlinien, an dem unter anderem auch Esch teilnahm. Neue Erkenntnisse habe er dabei nicht gewonnen, sagte er. "Es wäre auch traurig, wenn es anders wäre."

Man tauschte sich über das Wissen aus, das beide Seiten schon haben. "Ich habe einen Gesprächspartner auf Augenhöhe erlebt", bestätigte Dieter John. Bonn sei, was das Wissen über Straßenmarkierungen und die entsprechenden Richtlinien angehe, im Vergleich mit anderen Städten gut aufgestellt.

"Die Straßen sind ein wichtiges Vermögen, das die Stadt hat", sagte Esch. Dieses "Infrastrukturvermögen" dürfe man nicht verfallen lassen. Gleichwohl gab er zu: "Bonn hat einen relativ schlechten Straßenzustand." Das jährliche Budget von 1,6 Millionen Euro für die Instandhaltung der rund 1100 Straßenkilometer in der Bundesstadt reiche eigentlich nicht aus, um die Straßen in Schuss zu halten. An den Markierungen wolle man aber nicht sparen.

Die CDU-Stadtverordnete Henriette Reinsberg hatte den Tag in Bonn initiiert. Mit der Aktion wolle man bewusst machen, dass Straßenmarkierungen nicht nur leiten, sondern auch schützen sollen, vor allem die Fußgänger. "Verkehrssicherheit ist eine ständige Aufgabe", sagte der Stadtverordnete Reinsberg. Ein Zebrastreifen in gutem Zustand könne viele Verkehrsunfälle verhindern, meinte John.