Am gleichen Tag vor 172 Jahren

Erinnerung an die Enthüllung des Beethoven-Denkmals

Lea Marquardt-Kuron, Hermann Hergarten, Stephan Eisel + Arnulf Marquardt Hergarten erinnern an die Enthüllung des Beethoven-Denkmals

Lea Marquardt-Kuron, Hermann Hergarten, Stephan Eisel + Arnulf Marquardt Hergarten erinnern an die Enthüllung des Beethoven-Denkmals

BONN. Der Verein „Bürger für Beethoven“ hat bei einer kleinen Feier auf dem Bonner Münsterplatz aus einem bislang unbekannten Brief einer Zeitzeugin vorgelesen.

Zum Abschluss durfte die „Ode an die Freude“ natürlich nicht fehlen: Die „Bürger für Beethoven“ erinnerten am Samstagvormittag um elf Uhr an die Enthüllung des Beethoven-Denkmals auf dem Münsterplatz, die vor 172 Jahren am gleichen Tag und zur gleichen Uhrzeit stattgefunden hatte. Am 12. August 1845 waren zur Enthüllung des Denkmals Tausende von Bonner Bürgern auf den Münsterplatz geströmt – auch, um Prominenz wie Franz Liszt, Hector Berlioz, Alexander von Humboldt oder der jungen englischen Königin Victoria und dem preußischen König Friedrich-Wilhelm IV. zu begegnen.

„Wir wollen diesen Termin fest im städtischen Kalender verankern, denn immerhin steht bei uns in Bonn das weltweit erste Beethoven-Denkmal“, sagte Stephan Eisel, Vorsitzender des Vereins, dem über 1500 Bürger angehören. Bei der einstündigen Veranstaltung wurden Zeitzeugenberichte zur Denkmalenthüllung vorgetragen. Für die musikalische Umrahmung sorgten Hermann Hergarten mit seiner Violinopan-Drehorgel und die Saxofonisten Arnulf und Lea Marquardt-Kuron.

Aufklärungsarbeit der „Bürger für Beethoven“

Man sei kein Konzertveranstalter, vielmehr wolle man möglichst viele Bonner informieren, so Eisel. Sein Ziel sei es, das Bewusstsein der Bürger für die Zeit, die der große Komponist am Rhein verbracht habe, zu stärken. Und das seien immerhin 22 Jahre gewesen: „Beethoven ist mitnichten – wie viele annehmen – bereits im Kindesalter nach Wien gegangen, sondern erlebte einen ersten Höhepunkt seines Schaffens hier in Bonn.“ So habe er das zweite Klavierkonzert, das chronologisch das erste sei, komplett in Bonn komponiert.

Solche Informationen auf diversen Veranstaltungen möglichst vielen Bonnern nahezubringen, darin sieht Eisel den Beitrag des Vereins zum Jubiläumsjahr 2020. Zu den am Samstag vorgetragenen Zeitzeugenberichten gehörte auch ein lange Zeit unbekannter Brief einer Teilnehmerin aus dem Jahr 1845: Darin beschreibt die damals 31-jährige Marie Ophoven aus Eschweiler-Aue, die in der Beethovenstadt gerade Verwandte besuchte, in einem sechs Seiten langen Brief an ihre Stiefmutter Julia Hüffer in Münster viele Details der dreitägigen Feierlichkeiten.

Etwas kürzer fiel die Veranstaltung am Samstag aus: Nach einer Stunde bildete der Bürgerchor mit Beethovens wohl bekanntestem Stück den Schlusspunkt der Gedenkveranstaltung. Die nächsten Mosaiksteine, mit der die „Bürger für Beethoven“ ihre Aufklärungsarbeit fortsetzen wollen, sind ein Beethoven-Rundgang mit Eisel durch die Innenstadt am Sonntag, 27. August, und eine Veranstaltung zum 250. Hochzeitstag der Eltern des Komponisten am 12. November. Näheres zu den Veranstaltungen gibt es unter www.buergerfuerbeethoven.