Giftige Raupe

Eichenprozessionsspinner auch in Bonn entdeckt

Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen auf einem Eichenstamm entlang.

Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen auf einem Eichenstamm entlang.

Bonn. Die Plage hat auch Bonn erreicht: An einem Baum in der Bonner Rheinaue wurden Nester des Eichenprozessionsspinners gefunden. Die Stadt hat umgehend reagiert.

Die Plage hat auch Bonn erreicht: Der gefährliche Eichenprozessionsspinner wurde bereits vor ein paar Tagen an einer Stieleiche in der Rheinaue entdeckt. „Dies ist der erste und bisher einzige Fall in Bonn“, erklärt Stadtsprecher Marc Hoffmann. An dem betroffenen Baum seien umgehend die Nester und die Raupen aufgesaugt worden. Dabei handelte es sich um drei etwa tennisballgroße Nester. „Das Aufsaugen mit einem Industriestaubsauger ist die effektivste Methode der Beseitigung“, ergänzt Hoffmann. Eine Überprüfung benachbarter Bäume sei zudem negativ verlaufen.

Für Menschen sind die Härchen der schwarz-weißen Raupen gefährlich. Sie sind giftig und können bei Hautkontakt schwere allergische Reaktionen auslösen. Auch Atemwegsreizungen und Asthmaanfälle sind möglich. Die sogenannten Brennhaare lösen sich leicht von den Raupen ab und können je nach Wind über weite Strecken durch die Luft getragen werden. Besonders hoch ist die Konzentration in unmittelbarer Nähe der Nester.

Grundschule geschlossen

Anfang Juni musste beispielsweise eine Grundschule im Kreis Mettmann für einen Tag geschlossen werden, nachdem der Eichenprozessionsspinner an 17 Bäumen auf dem Schulgelände entdeckt worden war. Mitte vergangener Woche meldete dann auch die Stadt Bornheim einen Befall. „Wir sind gut vorbereitet, sollte es weitere Fälle geben“ beruhigt der Sprecher der Stadt.

Seit 2014 existiere ein Masterplan für die Bekämpfung der Plage. „Alle Baumkontrolleure und alle Mitarbeiter der Baumpflege sind geschult und unterwiesen worden. Zudem werden stichprobenartig die Eichen untersucht. Wenn ein Baum befallen sein sollte, werden der Bereich abgesperrt und entsprechende Hinweisschilder aufgestellt. Wir arbeiten mit verschiedenen Firmen zusammen, die dann Nester und Raupen schnellstmöglich absaugen“, ergänzt Hoffman.

Zehn Hinweise in den vergangenen zwei Wochen

In den vergangenen zwei Wochen gingen bei der Verwaltung etwa zehn Hinweise auf eine mögliche Ansiedlung der Tiere ein. In keinem Fall handelte es sich tatsächlich um diese Raupe, betont die Stadt. Dennoch sei man auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. „Wer im öffentlichen Raum einen vermeintlichen Befall feststellt, den bitten wir, uns über unseren Mängelmelder (https://anliegen.bonn.de) ein Foto sowie Angaben über den Standort zu machen. Wir werden dann umgehend die Prüfung in die Wege leiten“, verspricht Hoffmann.

Anders sieht es jedoch im eigenen Garten aus. Besteht der Verdacht, dass sich der gefährliche Eichenprozessionsspinner dort niedergelassen hat, sollte der Eigentümer einen Baumpflegedienst oder Schädlingsbekämpfer hinzuziehen. Der Prozessionsspinner befällt nur Eichen, insbesondere die Stiel- und Traubeneiche. In Bonn stehen in öffentlichen Flächen (Parks, Grünanlagen, Verkehrsgrün) circa 4500 Eichen.