Neues Domizil in Dortmund

Botanischer Garten Bonn findet Abnehmer für Problem-Leguan

Zu viel Appetit auf seltenes Grünzeug: Das mehr als einen Meter lange Leguan-Weibchen hatte eine Familie 2015 im Botanischen Garten abgegeben. Jetzt wird ein versierter Abnehmer gesucht.

Zu viel Appetit auf seltenes Grünzeug: Das mehr als einen Meter lange Leguan-Weibchen hatte eine Familie 2015 im Botanischen Garten abgegeben. Jetzt wird ein versierter Abnehmer gesucht.

Bonn. Der Botanische Garten hat ein Leguan-Weibchen abgegeben, da es in den Gewächshäusern wertvolle Pflanzen aufgefressen hat. Das Tier lebt nun im Botanischen Garten der Stadt Dortmund.

Der Botanische Garten hat sich von einem Teil seiner in den Gewächshäusern lebenden Tiere getrennt. Vier nordamerikanische Wasserschildkröten seien zuletzt an einen auf die Tiere spezialisierten Verein abgegeben worden, sagt Kustodin Cornelia Löhne auf GA-Anfrage.

„Die Schildkröten haben in einem Warmwasserbecken gelebt und sich als ziemliche Plage für die dortigen Pflanzen herausgestellt. Deshalb hatten wir dort zuletzt keine tropischen Seerosen mehr.“ Die vier Exemplare seien einst von Besuchern im Botanischen Garten ausgesetzt worden, so Löhne.

Wegen seines Appetits auf verschiedene Pflanzen musste auch ein grüner Leguan sein bisheriges Heim verlassen. „Er hat zwei tropische Pflanzenarten aus der Familie der Akanthusgewächse schon komplett weggefressen, die für uns besonders wertvoll waren“, sagt Löhne. Auch Bromelien und Orchideen seien dem aus Mittel- und Südamerika stammenden Tier zum Opfer gefallen. Wie der Botanische Garten mitteilte, lebt das Tier inzwischen im Botanischen Garten in Dortmund.

Den Leguan brachte 2015 eine Familie vorbei

Pflanzen wie Bromelien und Orchideen wachsen im Botanischen Garten auf künstlichen Ästen, mit denen ein Regenwald im Tropenhaus nachgeahmt wird. „Diese Äste nutzt der Leguan allerdings auch gerne als Ruheplatz und schmeißt dabei die Pflanzen herunter“, sagt Löhne. Das mehr als einen Meter lange Weibchen habe man 2015 von einer Familie erhalten, der der Leguan zu groß geworden sei. Laut Löhne ist es keine Seltenheit, dass Menschen exotische Tiere wie etwa Echsen in Botanischen Gärten abgeben wollen. „Damals hat man sich dazu entschieden, es auszuprobieren, ob es mit dem Leguan funktioniert.“ Bleiben dürfen dagegen die Wasseragamen, da sie sich von Insekten ernähren.

Baumfällung wegen Umgestaltung des Gartens

Veränderungen gibt es nicht nur in den Gewächshäusern, sondern vor allem deutlich sichtbar im Garten selbst. Dort wurden in den vergangenen Wochen einige Bäume gefällt. Bei insgesamt zwölf Bäumen hatte der Botanische Garten die Genehmigung der Stadt zur Fällung erhalten, die nötig ist, wenn die Stämme einen bestimmten Umfang haben. „Zum Teil werden Bäume wegen einer Umgestaltung des Gartens gefällt. Bei anderen hat die Dürre im vergangenen Sommer starke Schäden verursacht“, erklärt Löhne.

Einige Besucher des Gartens hatten sich über die Fällarbeiten gewundert und ihr Unverständnis darüber geäußert. Kustodin Cornelia Löhne verweist allerdings darauf, dass der Botanische Garten zuletzt deutlich mehr Bäume gepflanzt als gefällt habe.