Potsdamer Platz

Bonner Verteiler soll zum Turbokreisel werden

Der Verteilerkreis am Potsdamer Platz mit seinen fünf Zu- und Abfahrten. Links unten der Autobahnzubringer.

Der Verteilerkreis am Potsdamer Platz mit seinen fünf Zu- und Abfahrten. Links unten der Autobahnzubringer.

BONN. Der Landesbetrieb Straßen NRW plant, den Verteilerkreis zu einem Turbokreisel umzubauen. Pläne dazu gab es schon vor elf Jahren.

Der Landesbetrieb Straßen NRW möchte den Potsdamer Platz zum Turbokreisel ausbauen – und greift damit elf Jahre alte Pläne der Bonner Stadtverwaltung auf. Unter einem Turbokreisel verstehen die Straßenbauer einen Kreisverkehr, in den Autofahrer an den meisten Stellen zweispurig einfahren können.

Doppelspuren sind an beiden Einfahrten des Lievelingswegs und am Heinrich-Böll-Ring vorgesehen. „Der Verkehr wird bereits an den Einfahrten vorsortiert“, erklärte Projektleiterin Friederike Schaffrath von der Regionalniederlassung Ville-Eifel des Landesbetriebs die Idee in Grundzügen. Für den Umbau ist eine Verbreiterung des Kreisels notwendig, die über ein Planfeststellungsverfahren zu genehmigen ist.

Der Bonner Verteiler, Zu- und Abfahrt für die Autobahnen 555 und 565, ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und laut Schaffrath „sehr stauanfällig“. Der Grund für einen leistungsfähigeren Verteiler ist aber nicht die derzeitige Verkehrssituation, sondern die in den kommenden Jahren erwartbare Zunahme des Verkehrs durch den notwendigen Neubau des Tausendfüßlers.

Dieser sechsspurige Ausbau soll nach bisheriger Planung Ende 2021, spätestens 2022 beginnen und im Jahr 2027 vollendet sein. Obwohl während der Bauzeit auf der Autobahn zwei verengte Fahrspuren pro Richtung erhalten bleiben sollen, ist mit mehr Staus und zäh fließendem Verkehr wegen der verengten Fahrspuren zu rechnen.

Kosten von rund 670.000 Euro

Im Zuge der Bauarbeiten wird für lange Zeit die Abfahrt Tannenbusch entfallen. Eine Mehrbelastung für den Verteilerkreis ist die logische Folge: „Um eine Alternative zu bieten, soll das Autobahnkreuz Bonn-Nord eine zusätzliche bauzeitliche Rampe von der A 565 aus Richtung Meckenheim kommend in Richtung Potsdamer Platz erhalten sowie eine zusätzliche bauzeitliche Rampe vom Potsdamer Platz kommend auf die A 565 in Richtung Meckenheim“, erklärte Schaffrath.

Alle Maßnahmen müssen vor der Schließung der Anschlussstelle Tannenbusch erfolgen. Der Bau dieser provisorischen Lösungen über einen Zeitraum von rund fünf Monaten soll deshalb im Jahr 2021 beginnen. Abstimmungen mit der Stadt Bonn und den Verkehrsbehörden seien bereits erfolgt.

Die Kosten für die Optimierung schätzt Schaffrath auf 670.000 Euro und sind Bestandteil des mehr als 200 Millionen teuren neuen Tausendfüßlers. Bevor der Landesbetrieb dieses Großprojekt angeht, will er – ebenfalls als Vorarbeit – das „Endenicher Ei“ ab Mitte diesen Jahres bis Anfang 2021 für zehn Millionen Euro neu bauen.

Schaffrath: „Nichts hält länger als ein Provisorium“

Ein Turbokreisel dürfte dem einen oder anderen Bürger als Option für den Potsdamer Platz bekannt vorkommen. Die Stadt brachte ihn 2008 erstmals in Spiel. Im Jahr 2010 stand er auf der Prioritätenliste des gesamtstädtischen Kreisverkehrsprogramms, rückte aber in der Platzierung immer weiter nach hinten, auch weil Turbokreisel keine anerkannten Kreisverkehre mehr seien, wie das städtische Planungsamt vor einigen Jahren erklärt hatte.

Nun folgt der Ausbau also doch, gemeinsam mit den geplanten Rampen als Provisorium. Auf die Frage, wie lange diese Lösung wohl bestehen bleibe, antwortete Schaffrath mit dem folgenden Satz: „Wie Sie sicher wissen, hält nichts länger als ein Provisorium.“