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Bonner Team dreht Heimatfilm über Rassismus

Mithilfe von Crowdfunding wollen die jungen Filmemacher „Kein schöner Land“ drehen: Alexander Preis (von links), Paula Veenema, Leandra Marie Hoffmann, Kai Gerschlauer und Yannick Günther.

Mithilfe von Crowdfunding wollen die jungen Filmemacher „Kein schöner Land“ drehen: Alexander Preis (von links), Paula Veenema, Leandra Marie Hoffmann, Kai Gerschlauer und Yannick Günther.

BONN. Ein junges Bonner Filmteam plant einen Heimatfilm über Rassismus. Der Streifen mit dem Titel „Kein schöner Land“ soll ab Januar gedreht werden. Eine Crowdfunding-Plattform im Internet soll dies ermöglichen.

Was tun, wenn einer aus dem Freundeskreis nach rechts abdriftet und immer wieder rassistische Parolen von sich gibt? Einfach weghören um des lieben Friedens willen? Oder das Thema zur Sprache bringen – mit allen möglichen Konsequenzen? Das ist die Ausgangslage des Films „Kein schöner Land“, den eine Gruppe junger Filmemacher aus Bonn und Herne ab Januar drehen wird.

Der Heimatfilm über Rassismus spielt im Schwarzwald: Eine Gruppe von acht Freunden verbringt das Wochenende in einem Ferienhaus. Nach und nach wird deutlich, dass eine der Freundinnen rechtspopulistische Gedanken pflegt und diese auch ausspricht. Das stellt die Mitglieder der Gemeinschaft vor eine Zerreißprobe. Als dann die Nachricht von einem Anschlag aus der Heimat kommt, droht die Lage zu eskalieren.

Die Idee zu dem Drehbuch kam Leandra Marie Hoffmann, Jahrgang 1995, zwar schon vor drei Jahren. Die jüngsten Ereignisse von Chemnitz und Köthen aber zeigen, dass das Thema Rassismus nach wie vor brandaktuell ist. Gemeinsam mit dem Filmemacher Christopher Deutsch, Jahrgang 1990, arbeitet die junge Bonnerin seitdem an dem Projekt, das in Kürze verwirklicht werden soll. Die Dreharbeiten starten am 7. Januar 2019 in Freudental im Schwarzwald. Drehort: das Herrenhaus im Hofgut Bärenschlössle.

Erfahrene Theaterleute

Um den Film zu finanzieren, hat das achtköpfige Drehteam eine Spendenkampagne auf der Crowd-funding-Plattform startnext.com gestartet. Ihr erstes Spendenziel von 12 000 Euro haben die jungen Filmemacher schon erreicht – damit sollen die Kosten der Dreharbeiten abgedeckt werden. „Wenn wir bis zum Ende der Kampagne am 31. Oktober auch noch die 22 000 Euro erreichen, können wir auch die Postproduktion finanzieren“, erläutert Leandra Marie Hoffmann. „Dann ist der Film auch schon Ende April fertig.“

Alle 16 Teammitglieder und Schauspieler arbeiten ehrenamtlich an dem Projekt mit – aus Überzeugung, sagt Produktionsassistent Kai Gerschlauer, Jahrgang 1996. „Wir wünschen uns alle, dass der Film produziert wird.“

Trotz ihrer erst 19 bis 27 Jahre handelt es sich bei den Darstellern durchweg um erfahrene Theaterleute, die teilweise zum Jungen Ensemble des Bonner Theaters Marabu gehören. Wie Alexander Preis, Jahrgang 1993, der im Film den Künstler Johann verkörpert. Johann hat keine politische Meinung und klinkt sich häufig aus der Diskussion aus, indem er seine Kopfhörer einstöpselt oder rauchen geht. „Ich war begeistert, als Leandra mir von dem Projekt erzählte und ich das Drehbuch gelesen habe“, sagt der Lehramtsstudent.

Unterstützung für das Projekt

Paula Veenema, Jahrgang 1998, spielt die lebenslustige Laura, die in allem immer das Gute sieht und mit ihrem Optimismus versucht, die Freunde zusammenzuhalten. „Wir spielen in einer Theatergruppe“, sagt die junge Bonnerin über ihre Crew. „Ich habe total Lust auf den Film, das Thema und die Leute.“

Ihr Schauspielkollege Alexander Preis glaubt, dass es in Freundeskreisen wie in der Gesellschaft zu politischen Meinungsverschiedenheiten kommt, die man nicht aus falsch verstandener Solidarität aushalten sollte: „Dann muss man so was ganz klar ansprechen.“ Das tun auch die Freunde im Schwarzwaldhaus, erläutert Regieassistent Yannick Günther, Jahrgang 1994: „Am Ende wird es sehr persönlich. Die Freunde werden emotional und streiten sich.“

Leandra Marie Hoffmann bittet die Bonner um Unterstützung für das Projekt: „Wer mehr als fünf Euro spendet, wird namentlich im Abspann genannt.“ Jeder gespendete Euro sorgt dafür, dass das Projekt schneller verwirklicht werden kann. Und wenn die 22 000 Euro erreicht werden, sagt Yannick Günther, wäre das „die Kirsche auf der Sahnehaube der Schwarzwälder Kirschtorte“.

Weitere Informationen gibt es auf keinschoenerland.com