Musikvideo

Bonner Band "De Köbesse" drehen im Untergrund

Dreharbeiten im Club Untergrund: Die Karnevalsband Köbesse spielen 
in der Bonner
Diskothek und machen dabei Aufnahmen für ihr neues Video.

Dreharbeiten im Club Untergrund: Die Karnevalsband Köbesse spielen 
in der Bonner Diskothek und machen dabei Aufnahmen für ihr neues Video.

Bonn. Die Karnevals- und Rockband mit Bonner Wurzeln gibt ein Konzert im Club Untergrund und nimmt dort ein Musikvideo für das Lied „Dat Bessje“ auf. Die Musiker sehen sich nicht als reine Gute-Laune-Truppe.

Die Köbesse sind ein aufstrebender Stern am Karnevalshimmel. Die Band aus Köln, Bonn und Umgebung spielte zuletzt am 11. November auf dem Heumarkt und drehte jetzt – ganz heimatverbunden – ihr neues Musikvideo im Bonner Club Untergrund. Scheinwerferlicht, Nebelmaschine und Karnevalsmusik gehören im Untergrund zum Standardrepertoire. Produzenten, Regisseure und Kameraleute sind dagegen nicht so häufig anzutreffen. Beim Dreh des Musikvideos zum Lied „Dat Bessje“ der Band Köbesse kam in dem Bonner Club alles zum Einsatz. Das Musikvideo wird das zweite Video der Band und voraussichtlich Anfang Januar veröffentlicht.

Drei der fünf Musiker kommen gebürtig aus Bonn und Umgebung. „Bonn ist einfach Heimat. Das ist die stärkste Verbundenheit, die es geben kann“, sagt Schlagzeuger Frank Brack. Zu Köbesse gehören weiter Sänger Roger Moore, Keyboarder Erik Meyer und die Gitarristen Karsten Ebert und Markus Henning. Moore und Meyer sind ebenfalls Bonner. Deswegen auch das Untergrund als Drehort: „Hier habe ich schon mit früheren Bands gespielt und hier bin ich auch selbst oft feiern gewesen“, sagt Moore. Die im Untergrund gedrehten Szenen werden im Video als Konzertszenen fungieren. Die Geschichte spielt zeitlich vor ihrem ersten Video zu „Och morje noch“, das mittlerweile über 45 000 Aufrufe auf Facebook verzeichnet.

Ein großes Special zu den Köbessen lesen Sie hier.

Mehr als Karnevalslieder

Gegründet wurde die Band 2011 als eine Art Nachfolgeband der Band Köbes, die sich nach dem Tod von Helmut Moore, Roger Moores Vater, 2009 aufgelöst hatte. Im Februar des Jahres kamen sie zusammen, um einmalig einige Auftritte zu spielen. „Es war großartig. Wir hatten viel Spaß und haben uns danach gefragt: ,Warum machen wir nicht weiter?'“, erzählt Brack.

Neun Monate später, am 11. November 2011, war es beschlossene Sache. Seitdem hat die Band zwischen 70 und 100 Auftritte im Jahr. Zuletzt eben am jecken 11. November am Heumarkt: „Das Konzert selbst, die Stimmung – da ist ein Traum für uns in Erfüllung gegangen“, erinnert sich Moore begeistert.

Köbesse spielen auch eigene Stücke

Eine reine Karnevalsband ist Köbesse jedoch nicht. Anfangs noch als Coverband unterwegs, spielen die Musiker mittlerweile nur noch eigene Songs. Anfang 2015 stieß Gitarrist Karsten Ebert dazu. Er ist der kreative Kopf der Band und schreibt die Lieder. Im selben Jahr brachte die Band ihre erste Single auf den Markt. „Wir sind eine kölschsprachige Rock-Pop-Band“, sagt Ebert.

Brack ergänzt: „Unsere Musik hat Diskoelemente, bedient sich der Dancefloormusik der 70er Jahre oder dem Synthesizer, typisch für die 80er Jahre.“ Bei „Dat Bessje“ hat sich Ebert David Guetta als Vorbild genommen. Grundsätzlich habe die Band aber keine musikalischen Vorbilder, sagt er. Die Texte behandeln Themen wie Liebe, Hoffnung, das Leben an sich. „Inspiriert werde ich durch meine Stadt“, fährt er fort. Er sei damals bewusst nach Köln gezogen und sei ein großer Fan der kölschen Kultur. Trotzdem ließen sich Köln und Karneval natürlich nicht trennen.

Die Band ist keine unbekannte mehr. Die Sessionszeit ab Januar werde anstrengend, sieben oder acht Auftritte am Abend und das sechs Wochenenden hintereinander, sagt Brack. Für 2018 ist das erste Album geplant. Am 14. Januar ist die Band bei „Bonn steht Kopp“ im Telekom Dome zu sehen.