Festspielhaus in Bonn

Beethovenhallen-Gelände wird Baudenkmal

Die Beethovenhalle von oben.

BONN. Beim geplanten Architektenwettbewerb für ein neues Festspielhaus neben der Beethovenhalle könnte der Denkmalschutz eine noch größere Rolle spielen als bisher klar war. Das Gebäude selbst ist seit 1990 geschützt.

Seit März 2011 versucht das Rheinische Amt für Denkmalpflege allerdings, auch die Außenanlagen der Beethovenhalle als Baudenkmal in die städtische Denkmalliste eintragen zu lassen - und zwar einschließlich der "vorgelagerten Rheinufergestaltung". Das ist zwar bis heute nicht geschehen, wird aber wohl so kommen.

"Die zuständige Untere Denkmalbehörde der Stadt teilt die Auffassung des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege", erklärte Marc Hoffmann, stellvertretender Sprecher der Stadtverwaltung. Die nötigen Schritte zur Eintragung in die Denkmalliste seien eingeleitet.

Die Frage ist, an welcher Stelle dann ein neues Festspielhaus gebaut werden könnte. Die Deutsche Post DHL und Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch hatten vorige Woche angeregt, als preiswertere Alternative zum bisher geplanten Standort in der Rheinaue einen Neubau neben der Beethovenhalle zu prüfen - "unter Einbeziehung" des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes. Die Post erklärte sich bereit, dazu einen Architektenwettbewerb auszuschreiben und zu finanzieren.

Über diesen Vorstoß hat Nimptsch nach Angaben des Presseamtes auch mit Landeskonservatorin Andrea Pufke gesprochen. Im Telefonat mit der Leiterin des Rheinischen Landesamtes habe er vereinbart, dass die Denkmalpflege frühzeitig in alle Überlegungen zum Bau eines Konzertsaales auf dem Gelände der Beethovenhalle einbezogen werde. Oberstes Ziel sei dabei, die Beethovenhalle als Denkmal zu erhalten.

Es werde darum gehen, "die neuen Ansprüche an die Nutzung des Umfeldes der Beethovenhalle hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die aus denkmalfachlicher Sicht schützenswerten Bereiche gemeinsam zu bewerten und Lösungen zu vereinbaren". Denkmalschutz für das Außengelände schließe einen Konzerthausneubau keineswegs aus, hieß es in Stadthauskreisen.