Sanierung oder Abriss?

Baustopp für Beethovenhalle vorgeschlagen

Strenger Blick: Auch die Beethovenskulptur vor der Halle ist eingezäunt.

Strenger Blick: Auch die Beethovenskulptur vor der Halle ist eingezäunt.

Bonn. Zwei Fraktionen der Ratsopposition schlagen für die marode Beethovenhalle einen Baustopp vor. Die Zweifel an einer Sanierung wachsen aber auch in der CDU. An diesem Montag gibt es eine Sondersitzung im Stadtrat.

Auch in der CDU wachsen Zweifel an der Sanierung der Beethovenhalle. Während der Großteil der Ratsfraktion am Projekt festhält, plädiert Herbert Kaupert für einen Baustopp. Es müsse geprüft werden, ob Abriss und Neubau eines kombinierten Opern-, Konzert- und Schauspielhauses die bessere Alternative seien.

Einen ähnlichen Antrag stellen die Sozialliberalen für die Sondersitzung des Stadtrates zur Beethovenhalle an diesem Montag (20 Uhr, Stadthaus). Auch der Bürger Bund unterstützt den Vorstoß. „Ein Innehalten gäbe uns die Chance, ein wirkliches Leuchtturmprojekt zu schaffen“, erklärte Kaupert. In der CDU-Fraktion sehen das nach GA-Informationen zwei, drei weitere Ratsmitglieder ebenso.

Am Wochenende schaltete sich auch Norbert Hauser (CDU) in die Debatte ein und forderte einen Baustopp. „Glaubt wirklich noch irgendjemand ernsthaft, dass Renovierung und Ausbau der Beethovenhalle für weniger als 100 Millionen Euro zu haben sind?“ fragte der frühere Bundestagsabgeordnete und Vizepräsident des Bundesrechnungshofs.

Für das viele Geld bekäme Bonn eine Mehrzweckhalle, die nicht im mindesten mit neuen Konzerthallen wie denen in Bochum oder Dortmund konkurrieren könnten. „Luftholen und nachdenken“, empfiehlt Hauser. „Bonn hat eine Lösung verdient, die es nicht auf den Stand quo ante zurückversetzt, sondern die es im internationalen Wettbewerb der Städte stärkt und nach vorne bringt.“