Hans-Riegel-Halle

Ab Montag wird das Dach abgetragen

Marode: Die Hans-Riegel-Halle wird abgerissen.

BONN. Ende einer Ära: Die Hans-Riegel-Halle wird abgerissen. "Wir werden einen Abrissantrag stellen. Ab Montag werden die Dachplatten einzeln demontiert und fachgerecht entsorgt", sagte am Mittwoch Haribo-Geschäftsführer Arndt Rüsges.

Dafür engagiert sich der Süßwarenhersteller aber mit einem "niedrigen Millionenbetrag" beim 1. Badminton Club Beuel und baut die Erwin-Kranz-Halle zu einem Leistungszentrum mit vier neuen Plätzen und einem Wohn- und Schulungsgebäude aus. Der Geschäftsführer des Bonner Unternehmens betonte, dass Haribo sich nach wie vor dem Badmintonsport verbunden fühle und man nach Möglichkeiten gesucht habe, wie man sich dafür weiterhin in Bonn engagieren könne.

Die Schließung der Kessenicher Halle verteidigte Rüsges. Bei dem Schaden an der Heizungsanlage sei 200 Grad heißer Dampf mit Hochdruck ausgetreten: "Wir mussten handeln." In der Folge sei das ganze Ausmaß der Schäden offenbar geworden. "Da es keinerlei Pläne mehr von der Halle gibt, mussten wir die Deckenverkleidung abnehmen. Alles war in einem desaströsen Zustand." Der Boden sei durch die Feuchtigkeit aufgequollen, und auch Schimmelbefall sei festgestellt worden. "Da wäre mit vernünftigen Methoden nichts mehr zu retten gewesen."

Das Dach sei so unsicher, dass sich der Dachdecker geweigert habe, dort hinaufzusteigen. Den Eternitplatten ist vermutlich, wie damals üblich, Asbest zugesetzt worden. Rüsges dementierte dies nicht. "Die Halle ist vor 60 Jahren mit einfachen Mitteln gebaut worden. Davon abgesehen, entsprach sie auch nicht mehr den Statuten von Wettkämpfen."

Kritik kam gestern von Anatol Koch, Geschäftsführer der Linksfraktion Bonn: "Ich bezweifle, dass die Haribo-Unternehmensleitung ernsthaft versucht hat, die Halle zu retten. Gutachter machen schließlich keinen Abriss, sondern eröffnen Entscheidungshorizonte", so Koch, der auch die Stadtspitze kritisiert. Im Unterausschuss Denkmalschutz will er klären, aus welchen Gründen welche Stelle der Stadt die denkmalrechtliche Unterschutzstellung nicht weiterverfolgt hat.