Bonner Sachspendenlager

41.795 Artikel an Flüchtlinge verteilt

Bonn. Schon alleine der Blick auf die nackten Zahlen zeigt, was die ehrenamtlichen Helfer des Sachspendenlagers Bonn in kürzester Zeit geleistet haben.

Seit dem ersten April dieses Jahres werden erst Waren ausgegeben, am vergangenen Dienstag betrug die Anzahl der ausgegebenen Warenstücke 41.795. Die Idee, solch ein Sachspendenlager für Flüchtlinge aufzubauen, wurde im Winter 2015/2016 geboren. Nicht alle Sammelunterkünfte und erst recht nicht die vielen Einzelunterkünfte verfügen über eine eigene Kleiderkammer, über die Sachspenden wie Kleidung, Schuhe, Haushaltswaren, Kinderwagen oder Bettwäsche an Bedürftige ausgegeben werden können.

Daher hat die Stadt Bonn in Kooperation mit der Deutsche Post DHL Group, dem Deutschen Roten Kreuz und mit der Koordination durch die Gemeinde St. Petrus dieses übergeordnete Sachspendenlager als Bonner Zentrallager eingerichtet.

Das Lager ist eine 700 Quadratmeter große Halle am Kaiser-Karl-Ring, Ecke Vorgebirgsstraße, das die DHL nicht mehr benötigt. Die Stadt Bonn übernimmt die Nebenkosten. Dort arbeiten ausschließlich Ehrenamtler. Koordiniert werden alle Tätigkeiten von Mitinitiator Jan Erik Meyer aus dem Pastoralbüro. Seit März werden Waren angenommen, seit April werden sie an registrierte „Besteller“ ausgegeben.

150 Besteller und 198 Ehrenamtler sind derzeit im Sachspendenlager registriert. Über 7000 Artikel für Männer, mehr als 6000 Artikel für Frauen sowie rund 6000 Küchenutensilien, um nur drei Warengruppen zu nennen, sind inzwischen registriert, eingelagert und ausgegeben worden. Das sind im Schnitt mehr als 1200 Artikel pro Woche.

20 Mitarbeiter der DHL Group konnten sich jetzt vor Ort einen Eindruck darüber verschaffen, was in diesem Sachspendenlager geleistet werden muss. Im Rahmen ihres „Global Volunteer Day“, dem Freiwilligentag der Deutschen Post DHL Group, übernahmen sie einen Nachmittag lang die anfallenden Arbeiten. Für Frank Stockhausen, einer der Volunteers, war es eine Ehre, an dieser Aktion teilzunehmen. Ein Lastwagen voller Waren wurde entladen und die Paletten mussten „entpalettiert“ werden, heißt: abgeräumt und ins Eingangslager gebracht werden.

Folgende Punkte liegen Meyer besonders am Herzen: „Wir brauchen ehrenamtliche Helfer an drei halben Tagen die Woche. Zweitens freuen wir uns über weitere Spenden, egal ob von privat oder von Unternehmen.“ Und schließlich fordert er jedermann in Bonn, der sich um Bedürftige kümmert, auf, sich hier als Besteller registrieren zu lassen.

„Doch bevor man Waren hier abliefert“, sagt er abschließend, „schaut bitte im Internet unter www.sachspenden-bonn.de auf den Bedarf. Dort kann man sehen, welche Waren dringend benötigt werden und was wir gar nicht annehmen.“