Münster in Bonn

Ärger um Knöllchen während Messe an Weihnachten und Neujahr

Allzu oft ein normales Bild: Autos parken in der Fußgängerzone direkt vor dem Bonner Münster.

Allzu oft ein normales Bild: Autos parken in der Fußgängerzone direkt vor dem Bonner Münster.

05.01.2016 Bonn. Die Christmette oder der Gottesdienst am Neujahrstag im Bonner Münster ist für viele Gläubige ein Muss. Einige reisen mit dem Auto an und parken dann - verbotenerweise - auf dem Münsterplatz. So auch an diesem Weihnachtsfest und an Neujahr. Doch das Ordnungsamt war wachsam und verteilte jede Menge Knöllchen. Sehr zum Ärger der betroffenen Kirchgänger.

"Ohne Rücksicht auf die Menschen und ihre Gefühle und berechnend" hätten die Ordnungsamtsmitarbeiter der Stadt Bonn "ausgerechnet in der einen Stunde, die die Messe dauerte" die Strafzettel verteilt, klagte ein GA-Leser, der an Neujahr die Messe im Münster besucht und auch einen Strafzettel erhalten hatte.

Der Küster des Münsters hatte die Ordnungsamtsleute in Aktion beobachtet und Monsignore Bernhard Auel, der die Messe an diesem Morgen hielt, darüber informiert. "Lassen Sie sich dadurch dieses neue Jahr nicht vergraulen", versuchte der Priester die Gottesdienstbesucher am Ende der Messe noch zu trösten. "Rein rechtlich ist nichts gegen die Vorgehensweise der Stadt einzuwenden", betonte Münster-Pressesprecher Reinhard Sentis am Dienstag auf GA-Nachfrage.

Denn rund um das Münster gebe es keine regulären Parkplätze. "Dass die Stadt auch an den Feiertagen dort für Recht und Ordnung sorgt und damit Zufahrten für Anwohner und Rettungskräfte gewährleistet, ist zu begrüßen." Es sei zudem nicht das erste Mal, dass dies an den Feiertagen geschehe. "Es wäre aber erfreulich, wenn diese Kontrollen nicht nur an den Feiertagen, sondern ebenso akribisch unter der Woche ausgeübt werden.

Gewerbliche wie auch private Fahrzeuge werden während des Lieferverkehrs statt nur zum Be- und Entladen dauerhaft geparkt - auch entlang des Münsters", weiß Sentis. Bedauerlicherweise habe die Münsterplatzgarage, in der die Kirchgänger idealerweise parken könnten, an Weihnachten stets geschlossen.

Knöllchen für insgesamt 16 Autos

Andrea Schulte vom städtischen Presseamt verwies darauf, das Parken auf dem Münsterplatz sei wie insgesamt in der Fußgängerzone verboten. Fahrzeuge dürften dort lediglich zu den Lieferzeiten zum Be- und Entladen einfahren. Gewisse Ausnahmen gebe es auch für Handwerker, etwa, wenn ihre Fahrzeuge als Materiallager dienten. Der Stadtordnungsdienst habe daher am Neujahrstag zu Recht Knöllchen für insgesamt 16 Autos auf dem Münsterplatz geschrieben.

Damit sollten die Parksünder ermahnt werden. Denn die Bußgeldstelle werde ausnahmsweise keine Verwarnungsgelder in Rechnung stellen. Damit werde großzügig von dem Ermessen Gebrauch gemacht, das es im Ordnungswidrigkeitenrecht gibt. Weihnachten seien erst gar keine Strafzettel ausgestellt worden.

Reiner Löffel von der City-Parkraum GmbH erklärte, die Münsterplatzgarage sei wegen zu geringer Nachfrage wie bereits in den Vorjahren Heiligabend nur bis 16 Uhr geöffnet, über die Weihnachtstage komplett geschlossen und Neujahr wieder geöffnet gewesen. Die Marktgarage sei allerdings an allen Feiertagen rund um die Uhr geöffnet. (Lisa Inhoffen)