Kultur und Sport in Bonn

Versöhnliche Töne der Opernfreunde

BONN.  In der Diskussion über Kultur und Sport ist der Ton zuletzt hitzig, bisweilen polemisch geworden. Es sind Emotionen im Spiel. Gestern hat sich Ferdinand Kösters, Vorsitzender der Opernfreunde, in versöhnlichem Duktus an die Vereinigung Pro Sportstadt Bonn (PSB) gewandt. Im Folgenden dokumentieren wir Auszüge aus Kösters offenem Brief.

"Liebe Sportfreunde von PSB, die bisherige Entwicklung in der Auseinandersetzung Sport gegen Kultur sollte uns allen Anlass zu großer Sorge sein und zu einem Nachdenken anregen. Hier sind Dinge offenbar aus dem Ruder gelaufen. Ich darf an das erste Gespräch zwischen der PSB und Vertretern des Kulturkreises am 1. März 2012 in Oberdollendorf erinnern, in dem sich herausstellte, dass sich der Protest der PSB berechtigterweise ursprünglich gegen die Stadtverwaltung richtete. Ein mit der PSB abgesprochener weiterer Dialog kam danach leider nicht zustande, ebenso wenig eine gemeinsam geplante Presseerklärung. Stattdessen ,schoss' sich die Sportseite nun unverständlicherweise auf die Kultur und hier vor allem auf die Oper ein, wobei sie vor allem vom General-Anzeiger durch dessen einseitige Berichterstattung unterstützt wurde. (...)

Zudem wurde die Diskussion durch die Äußerungen der Stadtspitze hinsichtlich Fusion oder gar Schließung der Oper befeuert. Dass dies zu Existenzängsten beim betroffenen Personal und zu Unmut in Kulturkreisen führte, dürfte leicht nachvollziehbar sein. Dabei betone ich nochmals, dass die in Ihrem offenen Brief zu Recht beanstandeten Äußerungen aus meiner Sicht und aus Sicht der Opernfreunde nicht tolerierbar sind. (...)

Diese unselige Diskussion über die Förderung von Sport und Kultur hat zu Frustration und Unbehagen und zu einer Vergiftung der Atmosphäre geführt. Sollte hier nicht ein Umdenken einsetzen und die Vernunft zum Zuge kommen? Ich komme aus dem Fußballerlager, und da geht es zugegebenermaßen etwas rustikaler zu als beim Hockey- oder Tennissport oder beim Fechten oder Schwimmen. Aber wir Fußballer haben nach dem Spiel (...) in der ,berühmten dritten Halbzeit' in fairer Art und Weise gemeinsam beim Bier das Spiel analysiert und nachgespielt. Sollte dies nicht auch zwischen den Vertretern von Sport und Kultur, die eigentlich ja gemeinsame Ziele verfolgen, möglich sein? Alles andere schadet dem Sport, schadet der Kultur, schadet unseren gemeinsamen Anliegen und schadet vor allem in der Außenwirkung dem Ansehen der Stadt."

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