Kölner Philharmonie

Philharmonischer Chor Bonn mit dem Philharmonia Orchestra London in Köln

KÖLN.  Dass "Roméo et Juliette" von Hector Berlioz im öffentlichen Konzertleben eine relativ bescheidene Stellung einnimmt, dürfte mehr mit den quantitativen als qualitativen Ansprüchen des Komponisten an den Chor zu tun haben.
Präzises Dirigat: Der Finne Esa-Pekka Salonen.
Präzises Dirigat: Der Finne Esa-Pekka Salonen.

Für die Aufführung mit dem Philharmonia Orchestra aus London in der Kölner Philharmonie versicherte sich Chefdirigent Esa-Pekka Salonen der vokalen Unterstützung durch den Philharmonischen Chor der Stadt Bonn, der auch bei einer weiteren Aufführung am kommenden Freitag in Luzern wieder dabei sein wird.

Der Einzug der Sänger war in der Stärke 43/34/22/27 sicher kein unbedingtes Muss. Dem Pathos der großen Schlussapotheose verlieh diese Vokalstärke freilich eine Wucht, von der man sich gerne überrumpeln ließ. Beim Schlussbeifall wurde die Anerkennung des Publikums wie auch des Dirigenten für Geleistetes unmissverständlich.

Die Einstudierung von Thomas Neuhoff ist nicht hoch genug zu würdigen. Bereits im Prolog bewies eine chorische Kammerbesetzung, über welche stimmliche Disziplin die Bonner Sänger verfügen, verbunden mit Schönklang und Expressivität. Der Erzählgestus von Berlioz' Shakespeare-Adaption ist reflektiv, die Episode von der Nachtfee Mab stellt dabei eine liebenswürdige Abschweifung dar. Die Lust an orchestraler Brillanz kommt deswegen nicht zu kurz.

Und hier ist auf Esa-Pekka Salonens gleichermaßen auf Spielpräzision zielendes Dirigat zu kommen: Der Maestro inszenierte die magischen Klangverläufe geradezu und bot mit "Reine Mab" einen veritablen musikalischen Hexensabbat. Bei den Sängern führte Bassist Gerald Finley.

Christianne Stotijn bewies ihre Qualitäten als Liedsängerin (bei mitunter etwas flackriger Vokallinie). Paul Groves bewältigte die wenigen Tenor-Passagen aber mit sängerischer Kultur.

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