Offener Brief der PSB

Bonner Sport-Initiative wendet sich gegen die Polemik von Kulturvertretern

Bonn.  Mit einem Offenen Brief hat die Initiative Pro-Sportstadt-Bonn (PSB) auf Stellungnahmen der Publikation "Kultur" der Theatergemeinde Bonn und auf das Dezemberheft des Köln-Bonner Musikkalenders reagiert.
Kultur und Sport auf Konfrontationskurs: Szenen aus dem Händel-Oratorium 'Jephtha' der Bonner Oper und beim Fechten um den 'Löwen von Bonn'.
								Foto: Beu/Müller, Montage: GA
Kultur und Sport auf Konfrontationskurs: Szenen aus dem Händel-Oratorium 'Jephtha' der Bonner Oper und beim Fechten um den 'Löwen von Bonn'. Foto: Beu/Müller, Montage: GA

Die Vorsitzende der Theatergemeinde Elisabeth Einecke-Klövekorn schrieb im Editorial: "Das Problem - und dieses vehement zur Diskussion gestellt zu haben, ist ein Verdienst der Sport- und Banalunterhaltungsfreunde - ist der neoliberale kommerzielle Flachsinn, der die Tiefenschärfe der Kunst zum Marktphänomen degradiert hat." Dieser Passus ruft bei der PSB ebenso Entrüstung hervor wie folgender Satz, den Gunter Duvenbeck im Dezemberheft seines Musikkalenders schrieb: "Mit Schmähschriften gegen die (vermeintliche) 'Hochkultur', mit Indoktrination von Jugendlichen in Schulen und Vereinen, die an schlimmste Vorbilder aus roten und braunen Zeiten erinnert (die wir für überwunden halten), wird hier Stimmungsmache gegen die Förderung von Theater oder Museen betrieben."

In dem Offenen Brief, unterzeichnet von den Sprechern Christa Vostell, Michael Scharf und Rainer Wolff, heißt es: "Geradezu unglaublich ist ... die Infamie, mit der der stellvertretende Vorsitzende der Opernfreunde Bonn, Herr Gunter Duvenbeck, ... die Wahrnehmung der von einer modernen Demokratie gewährten Bürgerrechte in die totalitäre Ecke stellt." Die PSB habe die jüngsten Äußerungen "mit großer Betroffenheit und Sorge" wahrgenommen.

Auf Anfrage meinte Scharf: "Wir haben lange überlegt, ob wir gegen den Passus, der uns in die braune Ecke rückt, gerichtlich vorgehen sollen. Da ist eindeutig eine Grenze überschritten worden. Diejenigen, die hochnäsig über uns Sportler reden, haben in diesem Fall kein Niveau bewiesen." Der Ex-Vorsitzende des Großvereins SSF Bonn hält die Form des Offenen Briefes für den besseren Weg, sich zu wehren. Damit werde "einfach nur auf die Tonlage aufmerksam gemacht".

Scharf muss schmunzeln, wenn er daran denkt, wie die PSB von Einecke-Klövekorns und Duvenbecks Äußerungen erfahren hat. "Das haben unsere Kulturinteressierten nach Hause geliefert bekommen", erzählt er. "Die beziehen diese Hefte nämlich."

Manfred Jung, Vorsitzender der Bürger für Beethoven und Sprecher des Kulturkreises Bonn, dem über 50 Bonner Kulturfördervereine angehören, wollte sich nicht explizit zum Inhalt des Offenen Briefes äußern. Gleichwohl bezeichnete er den Ton als "aggressiv" und daher als nicht zielführend. Die Darstellung sei "verzerrend". "Das ist kein Beitrag, um die Stimmung in der Stadt zu beruhigen", sagte Jung, "wir setzen uns seit einem Jahr für die Versachlichung des Themas ein." Jung bemängelt, dass es in der Diskussion zwischen Kultur- und Sportvertretern bislang keinen "erheblichen Fortschritt" gegeben habe.

Während Jung sich einer dezidierten Wertung entzieht, hat sich Ferdinand Kösters, Vorsitzender der Opernfreunde Bonn, "ausdrücklich von der im Köln-Bonner Musikkalender verwendeten Wortwahl" distanziert. Duvenbeck habe den Text nicht als "Funktionsträger unseres Vereins publiziert".

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