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Vogelfreunde Lengsdorf
Papagei Willi sagt allen Hallo
Von Stefan Knopp
LENGSDORF. Die kleine Gouldamadine schien ihre neu gewonnene Freiheit unterm Dach des Bürger- und Vereinshauses zu genießen und beobachtete das Treiben bei der 49. Vogelschau. "Das ist der scheueste Vogel, den wir hier haben", sagte Wieland Steinert von den Vogelfreunden Lengsdorf.
Peter Nüchel füttert seine beiden Araraunas Willi (r.) und Lucy Foto: Stefan Knopp
Wie fängt man den Prachtfinken wieder ein? Da helfe nur Geduld, so der Vogelzüchter. "Während der Schau findet er hier genug zu fressen." Nach dem Abbau müsse man warten, bis ihm die Kraft ausgehe - dann fliege er in geringerer Höhe und könne mit dem Käscher eingefangen werden.
Solche Fälle gebe es immer wieder. "Als wir noch in der Kreuzberghalle waren, haben wir mit Softbällen nach den Vögeln geworfen", erinnerte sich Steinert. "Getroffen haben wir die natürlich nie. Auf diese Weise wurden die Tiere schneller müde." Entwischt sei noch nie einer.
Die Amadine hatte einen guten Blick auf die vielen bunten Artgenossen, die der Verein am Wochenende präsentierte. Vor allem die beiden Ararauna-Papageien, die Peter Nüchel zum ersten Mal mitgebracht hatte, wirkten nicht nur auf das junge Publikum wie ein Magnet. Willi, vier Jahre alt, und seine zweijährige Kameradin Lucy machten auch den größten Lärm. Der agile Willi beeindruckte die Kinder damit, dass er "Hallo" sagen konnte.
Der Schwerpunkt lag bei dieser Schau auf Australien, Neuseeland und Ozeanien. Unter anderem wurde der ursprüngliche Wellensittich gezeigt, der nur halb so groß ist wie seine gezüchteten Artgenossen und längst nicht so bunt, sondern über ein grüngelbes Tarngefieder verfügt.
Auffallendes Federkleid, wie es der rosafarbene Prunksittich von Natur aus hat, hätten die Vögel vor allem dort entwickelt, wo sie kaum Fressfeinde haben, erklärte Züchter Matthias Andrä. Er stellte den Hoodedsittich vor, der ein interessantes Brutverhalten hat: "Er gräbt sich Tunnel in Termitenhügeln und legt dort seine Eier ab. Darin ist es mehr als 30 Grad heiß, da muss er nicht viel brüten." Eine funktionierende Wohngemeinschaft: Die Termiten stören den Vogel nicht und diese haben von ihm nichts zu befürchten.
Es gab aber auch Astrilde, Kanarienvögel, Loris, Kakadus und viele andere Vögel zu bestaunen. Wer wollte, konnte auch Tiere kaufen, wobei den Vogelfreunden die richtige Haltung wichtig ist. Sie zeigten, wie es geht: große Voliere, naturnah gestaltet und immer die Möglichkeit, sich zu verstecken.
"Vögel denken so: Was ich nicht sehen kann, kann mich auch nicht sehen", erklärte Steinert. Da reiche auch schon ein Blatt, hinter das sie sich hocken könnten, wenn sie sich in Gefahr wähnten. Gestresst wirkten die Tiere aber nicht. "Einige haben auch angefangen, sich vor den Leuten zu paaren. Das ist ein gutes Zeichen, dass sie nicht unter Stress stehen", meinte er.
Artikel vom 05.11.2012
Stadtbezirk Hardtberg
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