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Polizei geht von Brandstiftung aus
Wieder brannte es am Europaring
Von Axel Vogel
Medinghoven. Verunsicherung, Angst sowie Sorge um eine sichere Bleibe - das bewegte am Mittwoch die Bewohner des Wohnkomplexes Nummer 34 am Europaring, nachdem es dort am Dienstagabend erneut gebrannt hat. Und zwar in einer Abstellkammer im Keller. 60 Wehrleute der Bonner Feuerwehr bekamen viel zu tun.
Zumal das Feuer gefährlich für die Bewohner des Miethauses wurde, das der Deutschen Annington gehört: Neun Personen mussten gerettet werden, drei von ihnen untersuchte der Notarzt auf eine Rauchgasvergiftung.
Andreas Jung, einer der Mieter, wirkte am Mittwoch niedergeschlagen. Das hat damit zu tun, dass der 48 Jahre alte Koch Persönliches in den Flammen verloren hat: "Zwölf antiquarische Kochbücher, das älteste stammt von 1860, sind verbrannt." Das sei traurig, weil er die Bücher erst am Dienstag in den Keller getragen habe: "Ich bin am Rosenmontag hier wieder eingezogen."
Zuvor habe er ein knappes Jahr im Hotel gewohnt. Nachdem Andreas Jung am 25. Februar 2012 die Wohnung am Europaring bezogen hatte, brannte es kurz danach im März 2012. Da seine Wohnung unbewohnbar war, ging es ins Hotel. Und nun befürchtet Jung erneut Ungemach: "Wir haben kein Wasser und kein Strom mehr, ich warte jetzt auf eine Entscheidung der Deutschen Annington."
Ähnliches sagt Mieter Harald Brückmann (34), der seit knapp drei Jahren hier wohnt, und ebenfalls wegen des Brandes ins Hotel musste: "Man kommt hier nicht zur Ruhe." Brückmann will in den vergangenen 18 Monaten 14 Brände in den Hausnummern 34 und 36 gezählt haben. "Das ist kein Zustand mehr, das Haus ist von Rauchschwaden verpestet." Hinzu komme eine Verwahrlosung der Anlage. Daher erwartet er von der Annington "eine Erklärung, wie es weitergeht".
Dass es häufiger in der Hausnummer 34 gebrannt hat, bestätigt Polizeisprecher Frank Piontek: Er hat sechs Brände im vergangenen Jahr gezählt, plus den am Dienstagabend. Dabei gehe die Polizei von Brandstiftung aus, "aber wir haben keine Hinweise auf einen Täter". Brände aus dem Jahr 2011 sind aus Pionteks Sicht nicht mehr relevant: "Wir haben hier einen Tatverdächtigen ermittelt und der sitzt in Haft."
Mangelnde Mieterbetreuung will sich der Eigentümer nicht vorwerfen lassen: ""Im Laufe des Tages waren mehrfach verschiedene Mitarbeiter der Deutschen Annington vor Ort. Der erste Mitarbeiter traf bereits um 8 Uhr ein", erklärt Unternehmenssprecherin Katja Weisker. "Alle notwendigen Maßnahmen sind unverzüglich eingeleitet worden. Die Mieter müssen die Wohnungen nicht verlassen, da die Wohnungen nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden." Die Stromversorgung werde heute wieder hergestellt, die Heizung funktioniere, die sanitären Einrichtungen könnten genutzt werden.
Wichtig ist ihr der Hinweis: "Der beim Brand vor einem Jahr entstandene Schaden ist vollständig beseitigt worden." Da die Sicherheit der Mieter weiterhin oberste Priorität besitze, habe ihr Unternehmen "als Reaktion auf die Vorfälle in der Vergangenheit bereits Schlösser am Gebäude ausgetauscht". Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme werde man kurzfristig einen Sicherheitsdienst beauftragen. Eine mögliche Kameraüberwachung werde geprüft.
Wer Verdächtiges beobachtet hat, kann sich an die Polizei unter Telefon 0228/150 wenden.
Artikel vom 21.02.2013
Stadt Bonn
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