Viele Programmpunkte

So erfolgreich war die Lengsdorfer Kirmes

Lengsdorf. Bei der Lengsdorfer Kirmes folgte nach dem Auftakt und dem Köttzug ein Programmpunkt auf den nächsten. Während dem Zacheies mal wieder der Prozess gemacht wurde, zeigte sich der Veranstalter zufrieden.

Ach, lieber Zacheies, da hast du etwas verpasst! Acht Wettläufe beim traditionellen Schürreskarrenrennen, so viele wie an diesem Sonntag, gab es schon lange nicht mehr bei der Lengsdorfer Kirmes. Die Leute waren eben froh, dass sie in diesem Jahr nicht darauf verzichten mussten. Lange Zeit sah es ja danach aus, denn wenn man die Straße nicht adäquat absperren kann, kann man dort auch keine Wettkämpfe mit historischen Holzschubkarren austragen.

Überhaupt hatte der Kirmesmann den Großteil der Kirmes vor dem Bürger- und Vereinshaus versäumt. Mal wieder, muss man ja sagen. Schon kurz nachdem er am Freitagabend seinen Platz an einem der Fenster des Veranstaltungshauses eingenommen hatte, wurde er von dort entführt. So erlebte er das Ende des laut dem Ortsausschussvorsitzenden Christoph Schada erfolgreichen Kirmesauftakts am Freitag nicht mehr mit, auch nicht den Köttzug am Samstag, der sich ebenfalls gelohnt haben soll, und den musikalischen Auftritt von Peter Paschek am Abend.

Stattdessen erreichte den Heimat- und Verschönerungsverein (HVV), der den Zacheies angefertigt hatte, das übliche Forderungsschreiben: Für einen Kasten Bier, eine Flasche Sekt und Geld für die Nutzung der Pfeilwurfbude gebe man den Entführten frei. Schnell kam eine Vermutung über den oder die Täter auf. Es gab einen Hinweis: „Ihn hat jemand geklaut, der ihn bisher nie hätte klauen dürfen“, sagte Susanne Kirwald vom HVV. Vermutlich sei es jemand vom Trägerverein gewesen, der in diesem Jahr nicht mehr zu den Kirmesausrichtern gehört.

Ein Programmpunkt jagt den nächsten

Und eigentlich habe man ja gewusst, wo sich der Zacheies befinde, so Kirwald, wobei sie sich darüber ausschwieg, woher man das wusste. Und sie habe die Puppe auch in einem Auto sitzend gesehen. „Wir hätten ihn befreien können. Aber die Forderungen waren nicht so immens.“ Also wurde der Kirmesmann eingelöst und verbrachte die restliche Zeit bis zu seiner Verurteilung am Abend in sicherem Gewahrsam.

Derweil folgte am Sonntag ein Programmpunkt auf den nächsten. Festhochamt, Totengedenken, Fähndelschwenken beim Frühschoppen, Kuchenbuffet von den Schießsportfreunden, Schürreskarrenrennen – es war immer etwas los. Auch an den Kirmesbuden und beim Karussell, wo man mit der Kirmes zufrieden war. Es habe schon schlechtere Jahre gegeben. Schada bedauerte, dass die Familie Eisbusch mit ihrem Süßwarenstand kurzfristig wegen eines Unfalls nicht kommen konnte, war ansonsten aber froh, dass die anderen gekommen waren – auch darum mussten die Veranstalter im Vorfeld bangen.

Veranstalter ist zufrieden

Er war denn auch mit dem Konzept dieser Kirmes und dem Zulauf zufrieden. „Die Lengsdorfer wollen ihre Kirmes feiern“, sagte Schada. „Wir haben den Zusammenhalt gespürt und dass der Wunsch nach einer Kirmes weiterhin besteht.“ Es fehle nur etwas für Jugendliche. „Es muss noch mal mit der Arge geklärt werden, ob es nicht ein anderes Angebot geben kann.“

Als Staatsanwalt warf Schada am Abend dem Kirmesmann vor, den Schaustellern weisgemacht zu haben, es gebe in Lengsdorf nichts zu verdienen, und gab ihm außerdem die Schuld an der Hitze beim Köttzug. Auch am Verkehrschaos wegen diverser Baustellen sollte der Zacheies schuld sein, außerdem habe er veranlasst, dass die Pflastersteine in der Lengsdorfer Hauptstraße durch Flüsterasphalt ersetzt werden – um die alten Steine dann den „Duisdorfer Äsele“ für ihre Einkaufsstraße anzudrehen.

Er solle auch dafür gesorgt haben, dass die extra fürs Weinfest im September angelegten Weinreben nicht anwachsen – und, ach ja, das Aus für das Wasserlandbad solle auch auf seine Kappe gehen. Für all das wurde er feierlich verbrannt. Schada kündigte derweil die nächste Kirmes vom 2. bis 4. August 2019 an, „möglicherweise an einem anderen Ort“. Was immer das heißen mag.