Derletalfest in Duisdorf

Frisbee-Golf war der Publikumsrenner

DUISDORF. Annika (7) und David (9) machten ihre Sache beim "Frisbee-Golf" schon ganz gut: Sie mussten die Plastikwurfscheiben in die aufgestellten Körbe werfen, und einige Male trafen sie auch.

Das Spiel war Teil des neuen Angebotes, das sich Stephan Kemper und sein Team vom Jugendzentrum Sankt Martin für das Derletalfest hatten einfallen lassen: Nach neun Jahren Wasserrutsche probierten sie mal etwas Neues aus, wozu unter anderem auch Fußballgolf und Geschicklichkeitsspiele gehörten.

Für Kinder in diesem Alter gab es am Samstag eine ganze Menge auf der oberen Talwiese zu entdecken. "Wir waren schon beim Zirkus", sagte David. Daneben gab es eine aufblasbare Riesenrutsche, eine Rollrutsche, jede Menge Spiele und vieles mehr. Annika gab sich diplomatisch: "Mir hat alles gut gefallen."

Auf dieser Wiese war deutlich mehr los als auf der großen. Dort hatten wie üblich rings um die große Bühne die Ortsvereine ihre Stände aufgebaut, allerdings füllten auch gewerbliche Anbieter einige Lücken. Sieben Getränkestände gab es dort, mehr als früher. Das sei zu viel, fand Bernd Schmidt vom 1. FC Hardtberg. Da nähmen sich die Betreiber nur gegenseitig die Kundschaft weg. Horst Hieronymi vom Turn- und Kraftsportverein stimmte zu: "Das ist etwas inflationär."

Auf der großen Bühne sah man neben dem Musikverein Duisdorf, dem Bonner Shantychor und der Brückenberger Trachtengruppe, die immer dabei sind, auch einen Musikbeitrag der Margot-Barnard-Schule. Neben Tanz und Musik waren "Her Majesty" das Highlight: Die Beatles-Coverband brachte die Leute vor der Bühne zum Tanzen. Abends unterhielt die Rock-Coverband "Jim Button's" das Publikum.

Zurück auf der Kinderspiel-Wiese: Dort waren auch die nächsten Abiturienten des Helmholtz-Gymnasiums vertreten. Sie sammelten Geld für den Abi-Ball in der Stadthalle Bad Godesberg. "Wir wollen so viel wie möglich einnehmen, damit die Eintrittskarten möglichst günstig sind", sagte Tim Lange von der Finanzgruppe. Die sollten tunlichst nicht mehr als 30 Euro kosten, weshalb man ungefähr 10.000 Euro brauche.

Kinderschminken, Luftballontiere, Zuckerwatte von den Lessenicher Sternen - irgendwie passte der Stand des Städtepartnerschaftskomitees Hardtberg-Villemomble dort nicht hin. Die Mitglieder des neu gegründeten Vereins warben für Mitgliedschaftsanträge, was laut Birgitta Kraus auch ganz gut funktionierte. Sie hoffte, dass auch möglichst viele dieser Anträge ausgefüllt zurückkommen.

Nebenan spielten auf der kleinen Bühne die Cöllner, der britische Elvis-Imitator Daniel Craig schwang die Hüfte, die Bangladesh Akademie präsentierte einen farbenfrohen Tanz, man sah Square Dance, Didgeridoo-Musik und afrikanische Trommler. Die Showtanzgruppe "Tanzsternchen" der Jecke Wiever Jöll Blau, die das Damenkomitee Blau-Weiß Duisdorf eingeladen hatte, wurden für ihre weite Anreise - und ihre Hüttengaudi - mit Zugabe-Rufen belohnt. Zwischen den beiden Wiesen war wieder die Bundeswehr präsent, ebenso das Technische Hilfswerk, die Pfadfinder und die Rettungshundestaffel Bonn/Rhein-Sieg, erstmals seit einigen Jahren bot das Brüser Dorf wieder Spiele an.

"Das Derletalfest steht und fällt ja mit dem Wetter", sagte Esther Schüller, deren Tochter Johanna (8) sich auf der Rollrutsche vergnügte. Dieses Jahr blieb es trocken, weshalb das Fest auch besser besucht war als 2014. Schüller genoss den Tag im Tal. "Es ist schön wie immer."

Am Rande notiert

Inge Fröhlich war ein wenig traurig. Ihre Karnevalsgesellschaft Narrenzunft aus Endenich hatte in den vergangenen Jahren immer einen Stand auf dem Derletalfest gehabt, der aber dieses Mal nicht zustande gekommen war.

Dafür konnte sie ausgiebig alles mal ausprobieren, auch das Frisbee-Golf beim Jugendzentrum. Und man konnte nur staunen: Auf Anhieb traf sie alle Frisbees in den Korb.

Einer hatte auf dem Fest wahrlich wenig zu lachen: Der große Teddybär beim Deutschen Roten Kreuz musste immer wieder für Wundverband-Vorführungen herhalten. Aber für den pädagogischen Mehrwert machte er das geduldig mit.

Anna und Elisabeth Scheuss hatten sich auf der oberen Talwiese einen Zeitvertreib gesucht: Sie spielten eine Kombination aus Tischfußball und Flipper und hatten sichtlich Spaß dabei. Weil die beiden zu den älteren Semestern gehörten, war das ein amüsanter Anblick.