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Pauke Kulturbistro
Fünf Comedians setzten sich für die soziale Arbeit ein
Von Ebba Hagenberg-Miliu
WESTSTADT. Faith Cevikkollu, Sebastian Pufpaff und Thomas Müller sitzen beim Benefiz-Frühstück am Kaffeetisch und erklären, warum sie so früh im Kulturbistro Pauke sitzen und sich engagieren. "Weil wir die Pauke für eine wunderschöne Institution halten und etwas für ihren Fortbestand tun wollen", sagt Cevikkollu, der gleich Auszüge aus seinem Programm "Fatih unser" präsentieren wird.
Thomas Müller zieht als Moderator die Strippen. Foto: Horst Müller
"Weil wir in der Pauke eine Bühne bekamen, als wir noch keine Karriere gemacht hatten", ergänzt Müller, der als Moderator die kabarettistischen Strippen ziehen wird. Sein Programmmotto "Ode ans Marode. Lustvoll in den Untergang" solle auf die Pauke bitte nicht passen. "Weil wir uns hier als Anfänger profilieren konnten", stimmt auch Sebastian Pufpaff zu, der Höhepunkte seines neuen Programms "Warum" bieten wird. Die Kollegen Kristian Kokol und Özgür Cebe werden das Trio noch verstärken.
"Diese Künstler kommen also heute zurück zu ihren Wurzeln. Und sie treten alle für lau auf. Das hilft uns ungemein", strahlt Anja Lindenberg. Die Leiterin des Kulturbistros hat das Comedy-Frühstück organisiert, um auf die prekäre finanzielle Situation der gemeinnützige Pauke Bonn GmbH aufmerksam zu machen. Wegen gesetzlicher Änderungen müsse man im Vergleich zu 2011 mit 27.000 Euro im halben Jahr weniger auskommen.
Die Pauke sei kein Wirtschaftsbetrieb, sondern eine mit dem Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie aufgebaute Institution der Suchthilfe. "Unser Ziel ist die berufliche und soziale Integration von ehemals Abhängigen, die wir auf allen Ebenen einbezogen haben", erklärt Lindenberg.
45 Ein-Euro-Kräfte stabilisierten den Pauke-Erhalt im Team mit den Mitarbeitern. Sie erhielten Arbeit und eine Alltagsstruktur, die sie abstinent halte. "Ich kann immer nur sagen: Leute, stellt euch also vor, diese 45 landen wieder im Bonner Loch oder am Busbahnhof", sagt Lindenberg. Die Pauke-Arbeit diene also bei weitem nicht nur den Betroffenen, und dafür müsse mehr Lobbyarbeit betrieben werden.
Die drei Kabarettisten zerbrechen sich derweil am Kaffeetisch den Kopf, wie die Pauke an Sponsoren kommen könnte. Underberg sollte einsteigen, flachst Müller. Oder Mon Cherie, sagt Cevikkollu. Doch wer wolle schon für Ex-Drogenabhängige spenden? "Das ist eindeutig Image schädigend", schüttelt Pufpaff den Kopf. Ja, es sei schon schade, führt der Bonner, der kürzlich nach Bad Honnef "rübermachte", aus. Bonn habe doch leider so gar keine großen Konzerne, die Sponsoren werden könnten.
Artikel vom 02.10.2012
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