Stadt will Traglufthalle nicht genehmigen

Rückschlag für den Hockeyclub

Ippendorf.  Eigentlich hatte Dirk Vianden, Vorsitzender des Hockey- und Tennisclub (HTC) Schwarz-Weiß Bonn, gehofft, dass im November die Genehmigung für die neue Traglufthalle vorliegt und die Hockeyspieler des Vereins dort schon im Januar trainieren können. Die Hoffnung war unbegründet: Die Stadt teilt dem Verein mit, dass das Vorhaben "bestimmten baurechtlichen Vorschriften" widerspricht.
Vereinsvorsitzender Dirk Vianden auf einem der Tennisplätze, den in den Wintermonaten die Traglufthalle überspannen sollte.
								Foto: Malsch
Vereinsvorsitzender Dirk Vianden auf einem der Tennisplätze, den in den Wintermonaten die Traglufthalle überspannen sollte. Foto: Malsch

Zum einen sei die Halle zu groß, außerdem sei mit "erhöhtem Verkehrsaufkommen" zu rechnen, was mit der umliegenden Wohnbebauung nicht mehr vereinbar sei. Es "ist beabsichtigt, den Bauantrag abzulehnen", schreibt die Stadt.

Seit Jahren versucht der Verein, für die Hockeyabteilung eine Möglichkeit zu schaffen, damit die Mitglieder auch im Winter trainieren können. Die Traglufthalle soll jeweils von Oktober bis März über einen der Tennisplätze gespannt werden. Gegen diese Pläne, der 74 Prozent der Vereinsmitglieder zustimmten, liefen jedoch einige Nachbarn an der Saalestraße Sturm.

Trotzdem war Vianden guter Dinge, dass sich die Unstimmigkeiten ausräumen lassen und die Traglufthalle aufgebaut werden kann, zumal es von der Stadt positive Signale gab. Die übernimmt aber in der angekündigten Ablehnung des Antrags nun die Argumente der Anwohner, zu denen auch der ehemalige Stadtsprecher Friedel Frechen gehört. Neben der Gebäudegröße und dem Verkehr äußerten diese in einem Brief an den HTC-Vorstand unter anderem Bedenken gegen eine mögliche sportfremde Nutzung, sprich Partys sowie mit Blick auf Umwelt- und Lärmschutz.

Mit Blick auf die Einwände der Stadt sieht Vianden gute Chancen, diese ausräumen zu können. Die Halle ließe sich kleiner bauen und beim Verkehr werde es keine Zunahme geben. "Im Winter wird viel weniger Tennis und Hockey gespielt als im Sommer, aber im Sommer sagt keiner was", so der Vorsitzende. Auch die Einwände der Nachbarn ließen sich entkräften. "Der Verein würde unter anderem rechtsverbindlich erklären, dass es keine Partys oder ähnliches gibt." Allerdings gebe es überhaupt keine Gesprächsbereitschaft. "Da herrscht schlicht Totalverweigerung, es heißt nicht ,Nein, aber' sondern schlicht ,Nein'", sagt Vianden.

Für die Anwohner stellt Frechen klar, dass sie die Pläne immer noch ablehnen. "An unserer Position hat sich nichts verändert", so Frechen. "Ein Lärmgutachten, das von einem Protagonisten der Halle erstellt werden soll, lehnen wir ab. Neutralität ist da nicht zu erwarten, aber erforderlich", so Frechen weiter. Das zugesagte Gespräch mit dem Vorstand des HTC stünde auch noch aus. "Wir erwarten ein Gespräch mit dem Club, einen Dialog mit der Stadt und ein faires Verfahren", sagte Frechen.

 Wie die Nachbarschaft weiter vorgehen werden, würde davon abhängen, wie man mit ihnen umgeht. Vianden bedauert, dass die "Interessen weniger Anwohner", er spricht von rund 20 betroffenen Nachbarn, über das Gemeinwohl und die Interessen eines Vereins gestellt werden, der seit 1969 vor Ort ist und 1200 Mitglieder zählt. Nun müssten allein die Eltern von rund 200 Kindern weiterhin Woche für Woche quer durch die Stadt zu Trainingsplätzen fahren. "Die Stadt torpediert damit die Zukunfts- und Konkurrenzfähigkeit unseres Vereins", sagt Vereinsvorsitzender Vianden.

Nun rechnet der Vereinsvorsitzende frühestens im Oktober 2013 mit dem Aufbau der Halle. Falls keiner der Nachbarn vor Gericht geht. "Dann kann es allerdings 2016/ 2017 werden", meint Vianden. Und gibt sich kämpferisch: "Wir lassen uns nicht mürbe und lustlos machen."

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