Bürgerverein Holzlar

Gegen eine massive Wohnbebauung

Beuel.  Auf der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Holzlar war neben der Lärm- und Verkehrsproblematik der Umzug der Landwirtschaftskammer das beherrschende Thema.
Bei der Jahreshauptversammlung: Bürger und Politiker kommen ins Gespräch.
							Foto: Max Malsch
Bei der Jahreshauptversammlung: Bürger und Politiker kommen ins Gespräch. Foto: Max Malsch

Die Frage, welcher Nutzung die Liegenschaft künftig zugeführt werde, bewegte die Gemüter der rund 80 Teilnehmer. Auch die geplante Trockenlegung des Holzlarer Sees sorgte für Diskussionen.

Weil eine Wohnbebauung auf dem Gelände der Landwirtschaftskammer den Holzlarern als Schreckgespenst gilt, bemühte sich Bezirksbürgermeister Werner Rambow (Grüne), diese Sorge zu zerstreuen. "Kurzfristig ist eine Bebauung nicht denkbar", erklärte er. Erst nach umfangreicher Diskussion solle über einen Beschluss beraten werden. "Eine Änderung des Bebauungsplanes ist sehr langwierig", so Rambow.

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber, der in Holzlar wohnt, erklärte, dass bereits vor zwei Jahren das Vorhaben einer "massiven Wohnbebauung" abgelehnt worden sei. "Das schützt aber nicht vor neuen Planungen." Der Vorsitzende des Bürgervereins, Joachim Kuboth, hofft, dass der Stadtrat sich weiterhin zur Sondernutzung des Geländes bekennt und den Bebauungsplan nicht ändert. Die Ansiedlung eines Forschungsinstituts oder einer hochwertige Seniorenresidenz werde von den Bürgern bevorzugt, so Kuboth.

Bezüglich der angekündigten Trockenlegung des Holzlarer Sees kritisierte der CDU-Bezirksverordnete für Beuel, Michael Hiepler, die Verwaltung. Durch das angedachte Rückhaltebecken bestehe die Gefahr, dass zu viel Wasser in die Kanalisation gepresst werde und es vermehrt zu Überflutungen in Holzlar kommen könne. Kuboth bemängelte insbesondere die Informationspolitik der Verwaltung. "Erst gibt es einen Beschluss im Schnellverfahren und dann die Bürgerbeteiligung." So sei werde es deutlich erschwert, konstruktive Kritik zu üben. "Man muss die Bevölkerung viel früher einschalten."

Eine klare Forderung formulierte Kuboth mit Bezug auf die Autobahnauffahrt Maarstraße. "Wenn diese kommt, darf die Autobahnzufahrt der Siegburger Straße nicht geschlossen werden." Es sei unverständlich, warum eine funktionierende Zufahrt durch eine teure Baumaßnahmen abgeschafft werden solle. Um eine Verkehrsberuhigung vor dem städtischen Kindergarten will der Bürgerverein sich mit Hilfe eines Bürgerantrages bemühen.

Der Vorstand um den Vorsitzenden Kuboth wurde wiedergewählt. Als Beiräte neu gewählt wurden Doro Schmitz und Ute Paradier.

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