Zirkus Kunterbunt

260 Schüler trainieren in Holzlar - auch Lehrer haben Lampenfieber

HOLZLAR.  Mathe, Deutsch und Sachkunde fallen diese Woche an der katholischen Grundschule Holzlar aus. Stattdessen geht es jeden Tag in die Turnhalle: Dort hat der Zirkus "KGS Kunterbunt" seine Manege aufgebaut. Für die knapp 260 Erst- bis Viertklässler steht noch bis Freitag Artistik auf dem Stundenplan, dann ist dieeineinhalbstündige Vorführung für Familien, Lehrer und Bekannte.
Gegenseitige Unterstützung wird groß geschrieben: Schülerin Aida (6) bekommt bei ihrem Balanceakt auf der Kugel Hilfestellung von Birgit Hrabowski.
							Foto: Max Malsch
Gegenseitige Unterstützung wird groß geschrieben: Schülerin Aida (6) bekommt bei ihrem Balanceakt auf der Kugel Hilfestellung von Birgit Hrabowski. Foto: Max Malsch

Schon zu Wochenbeginn gab es für die Schüler eine Vorführung. Da zeigten die Lehrer ihr Können als Jongleure, Seiltänzer und Fakire. "Wir gingen zuerst in die Manege, um den Kleinen einen Einblick in die verschiedenen Aktivitäten zu geben", sagt der stellvertretende Schulleiter Johannes Bildstein. Vorher hatte das Kollegium die Kunststücke mit echten Artisten des Mitmach-Zirkus "Soluna" geprobt, um sie dem Nachwuchs später auch beibringen zu können. "Wir hatten da schon ein bisschen Lampenfieber", muss Bildstein zugeben. Schließlich stünden die Lehrer sonst nur vor maximal 30 Kindern, plötzlich war es eine ganze Schule.

Die 18 Artistengruppen konnten die Grundschüler danach ausprobieren und sich selbst eine aussuchen. Der neunjährige David entschied sich für die Fakire. Den Trick, wie man ohne Verletzungen über Scherben und Nagelbrett läuft, hatte er schnell raus. "Man muss sein Gewicht gleichmäßig verteilen", erklärt er.

Dann sei es auch kein Problem, sich mit dem Bauch auf die Spitzen Nägel zu legen und noch jemanden auf den Rücken zu nehmen. Sonja und Katja aus der dritten Klasse wollten lieber etwas akrobatischer sein. Beim Kugellauf balancieren sie auf einem großen Gummiball und kugeln damit durch die Manege. "Wir müssen uns da auf unsere Partner verlassen", sagt Sonja. Denn sie geben am Anfang Halt und passen auf, dass bei einem Sturz nichts passiert.

"Genau dieses Vertrauen ist der Kernpunkt der Projektwoche", erläutert Doro Schmitz von der Stiftung Jugendhilfe der Sparkasse Bonn. Mit jeweils 20 000 Euro für die Stadtteile Holzlar, Medinghoven und Pennenfeld unterstützt die Stiftung jährlich Projekte zur Gewaltprävention. Der Zirkus ist eines der Projekte, bei denen die Schüler miteinander auskommen und sich gegenseitig helfen müssen. "Dabei erfahren sie ihre Grenzen und lernen, wie wichtig es ist, Geduld zu haben und auch bei Misserfolgen durchzuhalten", sagt Bildstein.

Als Anerkennung wird es nach den beiden Vorstellungen um 15.30 und 17.45 Uhr am Freitag, 7. Dezember, nicht nur Applaus, sondern auch T-Shirts mit dem eigens dafür entworfenen Logo geben. Wer sich die Show im Heideweg 3-5 ansehen möchte, kann noch Eintrittskarten für vier Euro (ermäßigt zwei Euro) im Sekretariat kaufen.

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