Vorbereitung für Pützchens Markt

"Pützchens inklusiv" ist ein Markenzeichen

Bewohner und Mitarbeiter des Therapiezentrums freuen sich schon auf Pützchens Markt.

Bewohner und Mitarbeiter des Therapiezentrums freuen sich schon auf Pützchens Markt.

PÜTZCHEN. Die Bewohner und Mitarbeiter des Beueler Therapiezentrums arbeiten wieder an Ständen rund um die Nommensen-Kirche. Auf dem Markt im Markt kann jeder seine Fähigkeiten einbringen.

Die Vorfreude ist schon jetzt riesengroß und die Vorbereitungen laufen auch bereits auf Hochtouren. Denn bald ist es so weit und die 649. Auflage von Pützchens Markt startet. Und natürlich öffnet dann auch wieder der Markt auf dem Markt rund um die Nommensen-Kirche.

Seit 30 Jahren wimmelt es an den zahlreichen Ständen Am Weidenbach von Menschen, die sich kulinarisch verwöhnen lassen möchten. Am 7. September 1986, fünf Tage vor dem Start des damaligen Pützchens Markt, wurde die Nommensen-Kirche eingeweiht und das Presbyterium beschloss umgehend, sich an der Kirmes zu beteiligen.

Seither ist der Markt rund um das Gemeindezentrum Stück für Stück gewachsen. Das Besondere ist seither außerdem, dass der Erlös an gemeinnützige Projekte gespendet wird. „Wir haben schon früh auch eine Beueler Wohngemeinschaft von Menschen mit Behinderung unterstützt. Damals war das Geld dort sehr knapp, und wir konnten ermöglichen, dass die Mitbewohner zusammen wegfahren konnten“, erinnert sich Pfarrerin Bettina Gummel.

„Sie waren sehr dankbar und haben die Ausflüge genossen. Doch dann sagten sie: Wir wollen auch gerne selbst mitmachen. Das war eine wunderbare Idee. Und nun sind einige der früheren WG-Bewohner schon 25 Jahre mit dabei. Das freut uns natürlich sehr“, sagt Gummel. Die Helfer seien immer sehr willkommen und leisteten engagierte Arbeit.

"Teams arbeiten fantastisch zusammen"

Knapp 200 ehrenamtliche Helfer sind im Dienst der evangelischen Kirchengemeinde Beuel-Ost fünf Tage lang in drei Schichten voll im Einsatz. Dazu gehört eine immense Planung und Koordination der Teams, die von den Ehrenamtlichen geleistet wird. „So kommen jedes Jahr ganz tolle Teams zusammen und wir sind froh und dankbar. »Pützchen inklusiv« ist inzwischen ein echtes Markenzeichen für uns“, erklärt Gummel.

Inzwischen arbeiten Bewohner und Mitarbeiter des Therapiezentrums Bonn (TZ) an der Siegburger Straße mit großer Begeisterung am Kaffee- und Waffelstand sowie in der Frittenbude und am Eine-Welt-Stand mit. „Die Teams arbeiten fantastisch zusammen und sind verdammt flott. Ich finde die Zusammenarbeit hervorragend. Hier kann jeder erleben, was Inklusion bedeutet und wie sie gelebt werden kann“, sagt Bettina Gößner.

Die Leiterin der Außenwohngruppe des TZ ist selbst aktiv dabei und hat auch ihren Mitarbeiter Andreas Schade schon mit dem „Pützchen-Virus“ infiziert. „In dieser Kirchengemeinde ist jeder Mensch und es herrscht ein herzliches Miteinander. Die Initiative auf Pützchens Markt bringt das eindrucksvoll zum Ausdruck“, sagt Gößner.

Besonderheit zur 30. Teilnahme

Auf dem Markt im Markt könne sich jeder Mensch mit seinen Fähigkeiten einbringen. „Es wird immer ein Platz gefunden, wo man gebraucht wird. Das ist keine Pseudo-Inklusion, sondern ein wirkliches Miteinander. Und alle haben gemeinsam ganz viel Spaß. Es ist zudem eine große Geste der Wertschätzung“, sagt die Gruppenleiterin.

„Für viele unserer Gemeindemitglieder ist Pützchens Markt der Höhepunkt des Jahres. Es ist schön zu erleben, dass so viele Menschen an einem Strang ziehen und dabei auch noch Gutes tun“, sagt Bettina Gummel. „Mit unserem Projekt bringen wir die Menschen zusammen und freuen uns über jede helfende Hand, sei sie zum ersten Mal dabei oder bereits seit 25 Jahren“, so die Pfarrerin

Zur 30. Teilnahme an Pützchens Markt hat sich die Gemeinde Beuel-Ost etwas Besonderes einfallen lassen: Wer an den Tagen vom 9. bis 13. September seinen 30. Geburtstag feiert, ist zum kostenfreien Essen und Trinken an den Ständen rund um die Nommensen-Kirche eingeladen. Bitte Personalausweis mitbringen.