Polizei und Feuerwehr bislang ratlos

Mysteriöse Brandserie in Bonn-Beuel

Die Löscharbeiten bei dem Brand eines Wohnhauses in Küdinghoven gestalteten sich für die Feuerwehr schwierig.

Die Löscharbeiten bei dem Brand eines Wohnhauses in Küdinghoven gestalteten sich für die Feuerwehr schwierig.

Küdinghoven. Zwei Einsätze an derselben Adresse: Der Dachstuhlbrand in einem Haus in Küdinghoven und ein paar Stunden später im Geräteschuppen auf dem Grundstück an der Hangstraße 29 geben Rätsel auf.

Die Feuerwehr hatte am Sonntag noch keine genauen Erkenntnisse. Auch die Polizei nicht, die in der Sache nun ermittelt. Ein Bewohner hatte das Feuer am Freitagabend gegen 21.30 Uhr der Feuerwehr gemeldet. Als sie dort eintraf, schlugen bereits Flammen aus dem Dach des Wohnhauses. 80 Helfer der Freiwilligen Feuerwehren Beuel, Oberkassel, Geislar sowie der Bonner Feuerwachen 1 und 2 waren im Einsatz.

Nach Angaben von Einsatzleiter Albert Lehmann gestalteten sich die Löscharbeiten schwierig, da sich in dem verwinkelten Gebäude zahlreiche Glutnester gebildet hatten. Der Bewohner blieb unverletzt.

Die Löscharbeiten wurden zeitweise mit fünf Trupps gleichzeitig geführt, wobei die Holzfassade und das Dach in einem langwierigen Prozess geöffnet werden mussten, um mögliche Glutnester zu löschen. Erst um 2.35 Uhr konnte das Feuer endgültig gelöscht werden. Die Brandwache blieb dennoch weiterhin vor Ort.

Der zweite Brand an diesem Tag

Es steht weiterhin ein großes Fragezeichen im Raum: In der Hangstraße 29 wurde am Freitagnachmittag bereits ein Feuer gemeldet: Gegen 16.30 Uhr brannte in unmittelbarer Nähe des Wohnhauses ein Geräteschuppen. Der Brand wurde mit zwei Trupps unter Atemschutz von außen gelöscht. Die Feuerwehrleute nutzten dabei ein C- und ein Schaumrohr. Eine sogenannte Riegelstellung – eine Art Wasserwand – sollte dafür sorgen, dass der Brand nicht auf das Wohnhaus übergreift.

"Um das umfangreiche Brandgut entfernen und an Glutnester vordringen zu können, kam erstmalig der Teleskoplader der Feuerwehr Bonn zum Einsatz", sagte Einsatzleiter Marcel Fröhlen. Das neue Einsatzgerät könne mit verschiedenen Ausrüstungsteilen wie Gabel oder Schaufel bestückt werden. Es kann selbst zum Einsatzort fahren werden oder auf einem Transportlader dorthin gebracht werden.

Im Einsatz waren 20 Einsatzkräfte der Feuerwachen 1, 2 und 3 der Berufsfeuerwehr, des Rettungsdienstes sowie des Führungsdienstes. „Während des Einsatzes wurde die Feuer- und Rettungswache 2 durch die Löscheinheit Bonn-Beuel der Freiwilligen Feuerwehr besetzt, um auf etwaige Paralleleinsätze vorbereitet zu sein“, sagte Einsatzleiter Marcel Fröhlen.

Wie der GA erfuhr, fanden nachmittags auf dem Schuppen Schweißarbeiten an der Dachpappe statt. Experten schließen nicht aus, dass es dabei zu einem Funkenflug kam, der letztlich den Dachstuhl des Holzhauses nebenan in Brand setzte.