Berufsfachschule für Kosmetologie

Kosmetik ist mehr als Make-up

Wie der Pinsel richtig eingesetzt wird, zeigt Dozentin Katherina Sader und nimmt sich gleich die Auszubildende Jennifer Siewert für ihre Präsentation vor.

26.01.2014 BEUEL. Wie vielseitig die Ausbildung zum Kosmetiker ist, konnten Besucher gestern beim Tag der offenen Tür der Berufsfachschule für Kosmetologie erfahren. "Kosmetik wird immer in Verbindung mit Make-up gebracht, hat aber einen wesentlich größeren Stellenwert", erklärt Schulleiter John Herfs.

Dies wurde bei einer Führung durch die Räume besonders deutlich: Neben dem Make-up-Studio verfügt die Schule über eine Fußpflegeabteilung, ein Labor für Waren und Wirkstoffkunde und eine Lehrparfümerie sowie zwei Praxisräume für Massagen und kosmetische Behandlungen und drei Theorieräume.

Allein die Theorie ist ein breit gefächertes Gebiet und reicht von Physik und Chemie bis zur Anatomie. "Eine Ausbildung braucht Grundlagen: Für eine Massage muss ich alle Muskeln und alle Handstrukturen kennen", erklärt Dozentin Katherina Sader den Besuchern beim Rundgang. Massage ist in der Ausbildung eines der Praxisfächer, darüber hinaus werden unter anderem Maniküre und Hautdiagnose von den insgesamt 15 Lehrern unterrichtet.

Nach 18 Monaten Vollzeitunterricht, aufgeteilt in drei Semester, schließen die Schüler ihre Ausbildung mit der Prüfung bei der Handwerkskammer zu Köln ab. Wer mit Erfolg besteht, ist Fachwirt für Ganzheitskosmetik und Wellness. Etwa 70 Schülerinnen und ein Schüler absolvieren derzeit diese Ausbildung. Auf dem Arbeitsmarkt haben sie gute Chancen, denn Kosmetiker sind in den unterschiedlichsten Einrichtungen sehr gefragt - von Kosmetikinstituten über Arztpraxen bis zu Spa- und Wellnessabteilungen in namhaften Hotels. "Wer die Prüfung besteht, findet immer einen Job", versichert Herfs.

In welchem Zweig sie später einmal arbeiten möchte, weiß Lisa Schäfer, die ihre Ausbildung in der Berufsfachschule für Kosmetologie begonnen hat, noch nicht. "Durch Praktika wird sich herauskristallisieren, was mir am meisten gefällt", ist sie sich aber sicher.

Nachdem Schäfer die Beueler Ausbildungsstätte zufällig entdeckt hatte, besuchte sie im vergangenen Jahr den Tag der offenen Tür und war sofort beeindruckt. In der Ausbildung gefällt ihr besonders die Mischung aus Theorie und Praxis: "Es ist nicht der klassische Schulunterricht, sondern sehr praxisnah", meint Schäfer.

Neben theoretischen Fächern wie Chemie begeistert sich die angehende Fachwirtin für Ganzheitskosmetik und Wellness auch für die verschiedenen Massagetechniken, die sie in der Ausbildung lernt: "Freunde und Familie fragen schon und möchten massiert werden", berichtet Schäfer und lacht: "Man hat schon Kunden, bevor man richtig angefangen hat". (Sebastian Flick)