Gartencenter Kissener

Gartenmarkt in Beuel-Limperich wird abgerissen

Limperich. Die Familie Kissener will ihr in die Jahre gekommenes Gartencenter am Landgrabenweg abreißen und durch einen modernen Markt ersetzen. Die Anbauflächen hinter dem Betrieb werden an einen Wohnbauinvestor verkauft.

Wenn ein Gerücht einmal im Umlauf ist, hält es sich hartnäckig. Seitdem bekannt geworden ist, dass der Gartenmarkt Kissener seine Anbauflächen am Landgrabenweg an einen Investor verkauft hat und dort in den nächsten Jahren ungefähr 180 Wohneinheiten entstehen sollen, hört man immer wieder: Der Gartenmarkt schließt und wird verkauft.

„Selbst viele unserer Stammkunden sprechen uns an und bedauern die Schließung unseres Fachgeschäfts“, erklärte Geschäftsführer Marcus Kissener, „es ist mir ein Rätsel, wie es zu dieser Nachricht gekommen ist. Sie stimmt jedenfalls nicht.“ Richtig ist hingegen: Die 25.000 Quadratmeter große Fläche hinter dem Betrieb wird verkauft, das in die Jahre gekommene Gartencenter wird abgerissen und durch einen modernen Markt ersetzt.

Das Familienunternehmen, das 1904 in Beuel gegründet wurde, bemüht sich seit Monaten, Kunden und Lieferanten zu beruhigen. „Ja, wir verkaufen große Teile unserer Anbauflächen, weil die Produktion von Pflanzen für den Großhandel zu unwirtschaftlich geworden ist. Aber diese Entscheidung hat nichts mit dem Fortbestand unseres Gartenmarkts zu tun. Der existiert auf jeden Fall weiter“, betonte Kissener.

Bürgerversammlung geplant

Im Gegenteil: Der Familie will am Standort investieren, den alten Gartenmarkt abreißen und ein modernes, zweigeschossiges Gartencenter eröffnen. „Wir investieren in die Zukunft, weil mit unseren beiden Söhnen bereits die fünfte Generation in den Startlöchern steht“, sagte Marcus Kissener. Der neue Gartenmarkt soll aus energetischer Sicht auf den aktuellsten Stand gebracht werden. Und im Obergeschoss wollen die Kisseners ein öffentliches Café einrichten. „Für den Endverbraucher werden wir auch künftig in kleinen Mengen Pflanzen anbauen und in unserem Markt verkaufen“, sagte Marcus Kissener.

Gegen die Stimmen von Bürger Bund und Grünen stimmte die Mehrheit in der Bezirksvertretung Beuel in einer der vergangenen Sitzungen für die Änderung des Bebauungsplans zwischen Landgrabenweg und der Trasse der Deutschen Bahn, mit dem Ziel, das Gelände für Wohnungsbau zu nutzen. Die Verwaltung soll zudem mit dem Investor Verhandlungen aufnehmen, dass bei dem Bauvorhaben 30 Prozent geförderter Wohnraum realisiert werden. Darüber hinaus empfahl die Bezirksvertretung, dass die Verwaltung ein Klimagutachten in Auftrag geben soll.

Damit vor allem die direkte Nachbarschaft in die Planung der Wohnbebauung frühzeitig einbezogen wird, hat die Bezirksvertretung die Stadtverwaltung beauftragt, eine Bürgerversammlung durchzuführen. Auf GA-Nachfrage erklärte Markus Schmitz vom Presseamt der Stadt Bonn: „Es gibt noch keinen Termin für eine Bürgerversammlung, da zur Zeit eine Beschlussvorlage an die Bezirksvertretung Beuel und weitere Gremien wie Planungsausschuss und Umweltausschuss in der verwaltungsinternen Abstimmung ist. Im Zusammenhang mit der Beratung soll eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3(1) BauGB beschlossen werden.“