Ausbau der Beueler Bahntrasse

Güterbahnhof Beuel wird für Ausbau der S 13 versetzt

Der Beueler Güterbahnhof, ein Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert, wird im April mittels spektakulärer Technik versetzt.

Der Beueler Güterbahnhof, ein Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert, wird im April mittels spektakulärer Technik versetzt.

Beuel. Für den Ausbau der S 13 lässt die Deutsche Bahn das denkmalgeschützte Gebäude des Güterbahnhofs Beuel 1,80 Meter nach Osten verfrachten. Für dieses seltene Vorhaben hat sich die DB die Hilfe einer Spezialfirma gesichert.

Seit diesem Monat verfügt die Deutsche Bahn (DB) wieder über die Räumlichkeiten des Güterbahnhofs in Beuel. Der VW Entfallteiledienst Gutsche, der ungefähr 20 Jahre dort als Mieter seinen Firmensitz hatte, ist zum 31. Dezember 2017 ausgezogen. Die DB musste dem Unternehmen kündigen, weil die Flächen an der Königswinterer Straße für die Baustelle zur Verlängerung der Schnellbahnlinie 13 von Troisdorf nach Oberkassel benötigt werden.

„Geschäftsführer Florian Kalff hat uns die Immobilie in einem tadellosen Zustand übergeben. Wir haben sogar einige Gebäudeteile wie Zaun und Blumen übernommen. Selbst die Katzenklappe wird von uns beibehalten, damit die Katze notfalls noch in ihre alte Unterkunft kann“, sagte Jens Sülwold, bei der DB als Projektleiter für die S 13 zuständig, in einem Gespräch mit dem GA.

Der VW Entfallteiledienst Gut᠆sche hat nach langwieriger Suche einen neuen Standort in Beuel gefunden. Der Firmensitz liegt jetzt am südöstlichen Rand des Gewerbegebiets Beuel-Ost in der Straße Im Gesetz. Wie das Unternehmen künftig seine Logistik aufstellt, war nicht in Erfahrung zu bringen. Trotz mehrfacher Versuche seitens der Redaktion war der Geschäftsführer nicht zu sprechen. Bislang hat die Firma viele Aufträge mit dem Güterverkehr auf den Bahngleisen abgewickelt.

Gebäude wird um 1,80 Meter versetzt

In Kürze wird die DB mit den Vorbereitungen für die Versetzung (Translozierung) des Güterbahnhofs beginnen. Weil das unter Denkmalschutz stehende Gebäude, das aus dem 19. Jahrhundert stammt, erhalten werden soll und muss, lässt die DB es um 1,80 Meter nach Osten in Richtung Königswinterer Straße versetzen. Für dieses seltene Vorhaben hat sich die DB die Hilfe einer Spezialfirma gesichert. „Wir haben Kontakt zum Freilichtmuseum in Kommern aufgenommen. Dorthin werden immer wieder Häuser versetzt“, so Sülwold.

Das Projekt wird so ablaufen: Unter das Haus werden Stahlträger geschoben, die mittels Pressen und einem Spezialkran hochgedrückt und gezogen werden. Das Gebäude wird 60 Zentimeter angehoben und auf neue Fundamente gesetzt. Das Umsetzen soll im April erfolgen. Derzeit werden schon die Fundamente gegossen. Eine Fotodokumentation, die später dem Landschaftsverband Rheinland übergeben wird, wird das Projekt in Bildern festhalten. Während der S 13-Bauphase dient der Güterbahnhof laut Sülwold als Büro und Lagerhalle für die DB. Nach Fertigstellung der S 13 wird das Gebäude wieder vermietet.

Wie berichtet, prüfen DB-Experten derzeit, ob die Bauarbeiten für etwa drei Jahre ausgesetzt werden. Grund ist die dringend erforderliche Sanierung der Eisenbahnstrecke Hannover-Würzburg. Für diese Trasse sucht die DB eine Ausweichstrecke. Eine Möglichkeit stellt die rechtsrheinische Gleistrasse dar. „Mein Team und ich arbeiten mit Volldampf weiter. Alle für 2018 geplanten Bauvorhaben entlang der Trasse werden umgesetzt. Und ich rechne damit, dass das auch mindestens noch für 2019 gelten wird“, erklärte Sülwold.