Fahrradtour mit Ludwig Wierich

Eine Fahrt mit dem E-Bike rund um Beuel

BEUEL. Eine steigungsreiche Tour erwartet Fahrradfahrer rund um Beuel - insgesamt werden 543 Höhenmeter zurückgelegt. Elektronische Unterstützung in Form eines E-Bikes kann helfen.

Als ich Ludwig Wierich wiedertreffe, zeigt sich der Sommer von seiner ungemütlichen Seite – es nieselt leicht. Dieses Mal haben wir uns am Bonner Bogen verabredet und eigentlich geht es auch bei unserer zweiten gemeinsamen Radtour wieder rund um Beuel. Nur dass wir dieses Mal sozusagen außenrum fahren, also das Bonner Stadtgebiet fast durchgängig verlassen. Und da das mit deutlich mehr Höhenmetern verbunden ist als bei unserer Premiere, wollen wir die Strecke mit dem E-Bike in Angriff nehmen.

Weil ich nicht über ein solches Gefährt verfüge, hat mir Ludwig – inzwischen duzen wir uns – das Pedelec seiner Frau mitgebracht. Nach einer kurzen Einweisung geht’s auch schon los den Rhein aufwärts Richtung Königswinter. Mein erster Eindruck, nachdem wir den ufernahen Radweg zugunsten einer Seitenstraße verlassen haben: Das ist ja anstrengender als mit meinem eigenen Rad ohne elektrische Unterstützung!

 

„Da machst du bestimmt was falsch“, meint mein Begleiter und gibt mir den Tipp, etwas aktiver zu schalten. Und siehe da: Schon nach ein wenig Experimentieren habe ich den Bogen raus und mache bei gleicher Anstrengung kräftig Fahrt.

"Die Dinger sind schnell"

„Man muss aufpassen – die Dinger sind schnell und viele E-Bike-Fahrer fahren zu zügig für ihre Fähigkeiten“, meint Ludwig. Wir passieren jedenfalls erst einmal die Königswinterer Bahnunterführung und die B 42, bevor wir von der L 331 Richtung Margarethenhöhe links dem Rosenauer Weg hoch zum Einkehrhäuschen folgen.

„Kannst du dir eine Familie mit kleinen Kindern vorstellen, die hier hochfährt“, fragt mich Ludwig rhetorisch. Kann ich nicht, denn auch mit Anschubhilfe bleibt die Strecke steil und weil ich aus sportlichen Erwägungen nur die geringstmögliche der drei Unterstützungsstufen wähle, bin ich vor dem romantischen Waldcafé doch ein bisschen außer Atem. „Das ist die ideale Strecke für ein E-Bike“, bin ich mir mit meinem Begleiter einig.

Vorbei am Gehege voller Rehe

Weiter nach Heisterbacherrott geht es über Mantelweg und Dollendorfer Straße aber erst einmal zügig bergab: Bei der Ortsdurchfahrt macht sich Ludwigs Trikot bezahlt: 1,5 Meter Mindestabstand steht in großen Buchstaben darauf und die meisten Autofahrer, die uns auf der kurzen Straßenpassage bis zur Überquerung der Autobahn A 3 und der ICE-Strecke Köln-Frankfurt überholen, halten sich auch daran.

 

„Das ist der Hartenberg“, erzählt mein Mit-Radler und zeigt auf eine Erhebung mit einer kleinen Kapelle, die vielleicht zwei Kilometer vor uns liegt, nachdem wir die laute Hauptstraße links in einen Feldweg verlassen haben. „Und das Tal dort links ist das Teufelsarschbachtal“, erzählt Ludwig und amüsiert sich über den komischen Namen, nachdem wir oben vor der Kapelle angekommen sind.

Weiter geht’s durch Uthweiler – nach der Querung der Siegburger Straße geht es direkt wieder links die Sövener Straße hinauf. Kurz vor Söven überrascht uns ein Gehege mit Rehen, sogar einige Albinos sind darunter.

Blick auf den Dom

Und überhaupt fühlt man die Nähe der Großstadt und der Rheinschiene hier oben überhaupt nicht mehr. Doch der „Rotter Dom“, die kleine Dorfkirche des gleichnamigen Hennefer Ortsteils, ist nicht der einzige „Dom“, den man auf der Strecke sehen kann: „Bei gutem Wetter sieht man von hier oben auch den Kölner Dom“, weiß Ludwig und schaut Richtung Nordwesten zum wolkenverhangenen Horizont.

Vorbei am Golfclub Rhein-Sieg zum Hennefer Ortsteil Haus Ölgarten geht es steil hinab nach Dambroich und hinter der erneuten Querung der A 3 den Wald hinauf zum Schloss Birlinghoven mit dem Frauenhofer Institut für angewandte Informationstechnik. Nun sind wir wieder auf Bonner Stadtgebiet und über Gielgen und Holzlar geht es am Ennertbad vorbei hinunter nach Küdinghoven und Ramersdorf, von wo wir via Schießbergweg und die Beueler Rheinaue zum Bonner Bogen zurückkehren.

Trotz einiger Steigungen ist die Strecke übrigens selbstverständlich auch für ambitionierte Radler geeignet, die ohne elektrische Unterstützung auskommen: Insbesondere Rennradfahrern dürfte die Tour Spaß machen. Hier bietet es sich aber an, anstelle der Passage durch den Birlinghovener Wald die wenig befahrene Birlinghovener Straße hinauf nach Gielgen zu nehmen.

Die Serie: ADFC und GA testen gemeinsam von Beuel aus Radstrecken mit unterschiedlichen Fahrradtypen. Bereits erschienen sind: Radwegenetz in Beuel und mit dem Trekkingrad rund um Beuel.