Kommentar zum Kulturquartier Beuel

Die Strategie entscheidet

Koalition fordert ein Konzept für das Areal zwischen Pantheon und Bahnhof.

Koalition fordert ein Konzept für das Areal zwischen Pantheon und Bahnhof.

Weil für die Zeit der Opernsanierung Ausweichquartiere benötigt werden, soll die Entwicklung des Areals am Pantheon zehn Jahre lang ruhen. Das ist nicht nötig, meint Holger Willcke.

Beuels Politiker sind zu recht aufgeschreckt: Die Ankündigung von Bonns Kulturdezernent Martin Schumacher, wonach das Gelände der Halle Beuel wegen der Opernsanierung in den nächsten zehn Jahren nicht zu dem erhofften Kulturquartier ausgebaut werden kann, hat zu Verunsicherung und Verärgerung geführt. Deshalb ist der erneute politische Vorstoß aus Beuel nachvollziehbar und richtig: Die Entwicklung des Areals an der Siegburger Straße darf nicht durch die Sanierung von Oper und Schauspiel blockiert werden.

Da sich die Stadt Bonn vor einem Jahr schon mal eine Abfuhr beim Land NRW bezüglich der Förderung eines Kulturquartiers geholt hat, sollten sich Politik und Verwaltung vor dem zweiten Anlauf Gedanken über den Namen des Projekts, die städtebaulichen Ziele und eine mögliche inhaltliche Verknüpfung mit Projekten von überregionaler Bedeutung machen. Erinnert sei daran, dass der neue Autobahnanschluss an der Maarstraße voraussichtlich 2022 eröffnet und 2026 die S 13 am neuen Bahnhof Beuel erstmals halten wird. Diese beiden Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen sind im nahen Umfeld des Quartiers angesiedelt und wirken sich entscheidend auf die Zukunft Beuel aus.

Apropos Namen: Vom Begriff Kulturquartier muss sich Beuel lösen, um letztlich nicht als ein Mosaikstein in der Gesamt-Bonner-Kulturdiskussion unterzugehen. Um auch beim Land als Städtebauförderungsmaßnahme anerkannt zu werden, muss der Begriff weiter gefasst werden. Ob das Projekt nun Quartier Beuel oder „Junger Stadtteil in altem Gemäuer“ heißt, ist egal. Wichtig ist, dass Stadtplaner freie Hand bekommen, um auf diesem Filetgrundstück Kultur, Handel, Gastronomie und Lifestyle zu platzieren. Für die Zukunft Beuels ist das Gelände viel zu wichtig, als das jetzt beim zweiten und vielleicht letzten Anlauf Fehler riskiert werden.