Ausbildung in Beuel

Der Umzug der Realschule Beuel ist geglückt

Beuel. Die Realschule Beuel ist aus ihrem alten Standort an der Rölsdorfstraße in die Räume der Anne-Frank-Schule gezogen. Nach vier Wochen zieht der Schulleiter Bilanz: Die Schüler fühlen sich wohl, allerdings fehlen noch zwei versprochene Klassenräume.

Besichtigungstermin in der Realschule nach dem Umzug in die ehemalige Anne-Frank-Schule an der Adelheidisstraße. Die dortige Hauptschule wurde zu den Sommerferien aufgelöst. Längst haben Schüler den weitläufigen Hof wieder in Besitz genommen. Hinter den geschlossenen Klassentüren klingt Gemurmel aus dem Nachmittagsunterricht.

Vier Wochen sind seit dem Umzug vergangen; der Alltag ist eingekehrt. Im Rückblick konzediert Schulleiter Christoph Mahlmann, dass für den Umzug in den Sommerferien „organisatorisch einiges zu stemmen war“. Nicht nur der Transport des Schulflügels war eine Herausforderung oder das Einpacken des Chemieraums. Das Konzept für die Raumnutzung ging auf, obgleich den rund 700 Schülern derzeit noch nicht die gleiche Anzahl an Räumen zu Verfügung steht wie am alten Standort an der Rölsdorfstraße.

Die Vorbereitungen für den Umzug waren von erheblichem Widerstand begleitet. Wie berichtet, hatten sich Schulpflegschaft, Schüler und ein Teil der Lehrer gegen den Umzug gewehrt. Darüber vergingen Monate. Für die Durchsetzung eines Bürgerbegehrens gab es am Ende jedoch nicht genügend Unterschriften. Nach Mahlmanns Einschätzung ist ein Schlussstrich unter die Kontroverse gezogen. Die Zusammenarbeit mit der Schulpflegschaft sei konstruktiv.

Am ersten Tag in der neuen Schule hatten sich alle 700 Schüler auf dem Hof versammelt und wurden von ihren jeweiligen Klassenlehrern in die neuen Unterrichtsräume geführt. „Es gab überhaupt kein Chaos. Schüler und Lehrer loben die großen, gemütlichen, hellen Räume“, sagt Mahlmann.

Lernatmosphäre im Fokus der Architekten

Ein Haken fehlt jedoch noch im Terminplan. Hatte die Stadt vor den Sommerferien angekündigt, dass auch die beiden neuen Klassenräume mit Schuljahresbeginn fertig seien, gibt es doch Verzug. Die Verzögerung sei dem verspäteten Umzugstermin unvorhersehbaren Lieferschwierigkeiten geschuldet, erklären die beiden Architekten, Jürgen von Kietzell und Markus Thiel vom Architekturbüro Kuhbus. Geplant sind zwei je 60 Quadratmeter große Klassenräume, die durch ein Treppenhaus miteinander verbunden sind. „Es ist ein Pilotprojekt in Bonn“, erläutert Sabine Ludolph vom städtischen Gebäudemanagement (SGB). Denn die Klassen werden in Holzbauweise errichtet.

Das beauftragte Architektenbüro Kuhbus hat bei seiner Planung eine positive Lernatmosphäre in den Fokus gerückt. „Das wertige Material Holz sorgt für eine natürliche Umgebung. Die gesamte Ausstattung mit einem speziellen Farbkonzept soll die Schüler positiv beeinflussen“, erläutert Kietzell. Das Gebäude sei zudem auf dem energetisch neusten Stand und bei Bedarf erweiterbar. 800 000 Euro kostet der Neubau laut SGB. „Wenn sich diese Bauweise bewährt, werden wir mehr davon an Bonner Schulen errichten lassen“, kündigt Ludolph an.

Schulleiter Mahlmann will die beiden zusätzlichen Klassen auch zur Ergänzung des Ganztagsangebotes nutzen. Bezogen werden sollen sie nach den Herbstferien. Zwar sei nicht genau zu beziffern, was positive und was negative Effekte erzeuge. Aber Mahlmann ist überzeugt, dass die Schüler mit ihrer neuen Umgebung und auch mit den neuen Räumen pfleglich umgehen: „Die Schüler sagen, es ist schön hier. Sie fühlen sich wohl und wollen, dass es so bleibt. Daher haben sie beispielsweise freiwillig einen Mülldienst organisiert.“

Unterdessen ist der einstige Standort an der Rölsdorfstraße verweist. Sebastian Hoermann vom Schulamt betont, das für das Areal nur eine schulische Nachnutzung in Frage komme. Laut Verwaltung wurden bereits Gespräche geführt und Ortsbesichtigungen unternommen. Konkretere Angaben über potenzielle Nachnutzer seien derzeit nicht möglich. Nach den Herbstferien will die Verwaltung die Öffentlichkeit über den aktuellen Sachstand informieren. In Rede steht beispielsweise eine Konzentration der Rheinschule am Standort Beuel.

Grundsätzlich sei festzustellen, dass ab der Sekundarstufe I alle Schulen im Stadtgebiet „in zumutbarer Weise erreichbar sind“, so die Verwaltung. Diese gesamtstädtische Betrachtungsweise werde auch von der Bezirksregierung Köln geteilt. Mit welchen Kosten insgesamt für Umbauten am Standort Rölsdorfstraße zu rechnen sei, hänge vom künftigem Nutzer und dessen Raumnutzungsprogramm ab, so die Verwaltung. Fest steht, dass die Haustechnikanlage im Bauteil B dringend sanierungsbedürftig ist. Kosten für Abriss und Neuinstallation der Haustechnik werden auf 300 000 Euro beziffert.

In einen zuvor von der Realschule genutzten Gebäudeteil an der Limpericher Straße – die ehemalige Goetheschule – ist mittlerweile das Mathematikzentrum eingezogen, das zuvor in der Anne-Frank-Schule untergebracht war.