Forschungszentrum Caesar

Jeanette Zippel stellt gemeinsam mit Helen Antebi und Robert Huber aus

BAD GODESBERG.  Bienen sehen die Welt anders als Menschen. Diesen Blick durch die Facettenaugen hat die Künstlerin Jeanette Zippel eingefangen: Aus der Ferne betrachtet fügen sich die zahllosen runden Farbstempel auf der Leinwand zu bunten Pflanzen zusammen. Dennoch ist nicht immer erkennbar, um welche Blumen es sich handelt - die Farben trügen.
Die Künstler Helen Antebi, Robert Huber und Jeanette Zippel (von links) vor einem der Blumen-Bilder, die den Blick durch die Facettenaugen von Bienen darstellen.
								Foto: Stefan Knopp
Die Künstler Helen Antebi, Robert Huber und Jeanette Zippel (von links) vor einem der Blumen-Bilder, die den Blick durch die Facettenaugen von Bienen darstellen. Foto: Stefan Knopp

"Bienen haben ein anderes Farbsehen", so Zippel, die sich ganz der Beschäftigung mit den Insekten verschrieben hat. Neben diesen Werken gibt es auch Tuschezeichnungen von Bienen in der Ausstellung zu sehen, die am Sonntag im Forschungszentrum Caesar eröffnet wurde. Sie fangen Bewegungen ein - als Impulsbilder: "Die Zeichnung entsteht aus einer schnellen Handbewegung."

Farben sind Licht, Bewegungen Zeit: Zippels Werke spiegeln damit den Ausstellungstitel "Zeit und Licht - Light and Time" wider, unter dem sie ihre Werke zusammen mit denen von Malerin Helen Antebi und Objektkünstler Robert Huber zeigt.

Antebis Bilder stehen im Kontrast zu den Blumen von Zippel, denn sie wirken, als habe der Betrachter einen Schleier vor den Augen. Blasse Farben, verschwommene Konturen, die Motive wirken wie überbelichtete Momentaufnahmen von Erinnerungen. "Ich will einen Augenblick der Zeit einfangen", sagte die asiatischstämmige Künstlerin. Licht spiele bei ihren Werken eine wichtige Rolle.

Ganz anders ist das bei Huber, der einfache Gegenstände wie Kartons, aber auch ganze Hohlwandstücke in kristallene Objekte verwandelt, indem er sie für einige Monate in eine phosphathaltige Nährlösung einlegt. Die Salze darin lagern sich ab und bilden Kristalle. "Licht ist dabei relativ nachrangig. Die Kristalle würden auch in relativer Dunkelheit wachsen." Zeit spiele eher eine Rolle, sagte er - je nachdem, wann er die Objekte aus der Lösung holt, sind die Kristalle mehr oder weniger stark ausgebildet. Der richtige Zeitpunkt sei dabei nicht festgelegt, er macht das nach Bauchgefühl. Das Licht vermag das fertige Kunstwerk zu veredeln, indem es die Kristalle zum Funkeln bringt.

Info: Die Ausstellung ist noch bis 18. Januar zu sehen. Das Caesar-Forschungszentrum, Ludwig-Erhard-Allee 2, ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

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