Großeinsatz der Polizei

Koffer vergessen - Raoul L. entschuldigt sich

BAD GODESBERG.  Raoul L. hat am Donnerstag seinen Koffer in der U-Bahn vergessen und damit einen Großeinsatz ausgelöst. Am Freitag entschuldigte er sich bei allen, "die beteiligt und betroffen waren".
Gepäckübergabe: Raoul L. holt seinen schwarzen Rollkoffer bei Karl-Heinz Hennings auf der Godesberger Wache ab. Foto: Axel Vogel

In der Nacht zu Freitag hat Raoul L., der seinen kompletten Namen nicht in den Medien lesen möchte, kaum geschlafen. Ein nervliches Wrack sei er gewesen, vor Scham wollte er im Erdboden versinken. Der Grund: Raul ist der Mann, der am Donnerstag seinen kleinen schwarzen Rollkoffer in der Bahn der Linie 16 vergessen und damit einen Großeinsatz ausgelöst hat.

"Ich wollte am Donnerstag nach der Arbeit zu meiner Freundin fahren und dort übernachten", erzählt der Mittdreißiger, der in Bonn als Journalist arbeitet. Deswegen habe er - anders als sonst - den Koffer dabeigehabt.

Außerdem sei er an diesem Morgen beim Arzt gewesen, "mir wurde Blut abgenommen, da war ich ohnehin etwas benommen". Weil die Bahn sehr voll war, stellte der Bonner seinen Rollkoffer an der Tür zur Fahrerkabine ab. Er nahm ein Buch, setzte sich - und stieg um kurz nach 9 Uhr an der Heussallee aus. Ohne den Koffer.

Stundenlang bemerkte er gar nicht, dass er das Gepäckstück vergessen hatte. Erst gegen 17 Uhr, als er etwas aus dem Koffer holen wollte, fiel ihm das auf. "Ich habe dann beim Fundbüro angerufen, es ist aber niemand ans Telefon gegangen." Ein Kollege habe ihm dann von dem Großeinsatz an der Haltestelle Stadthalle erzählt.

Auf der Internetseite des General-Anzeigers entdeckte er dann neben dem Artikel auch ein Foto seines Rollkoffers. "Da war ich dann mit den Nerven am Boden." Die Sache totzuschweigen kam für ihn nicht infrage: "Ich bin es schuld, ich muss die Konsequenzen tragen", so Raoul L., der sich "vor allem bei allen, die beteiligt und betroffen waren" entschuldigen möchte.

Am Freitag hat er dann seinen Koffer in der Godesberger Wache abgeholt. Und war erleichtert zu erfahren, dass er nicht für den Einsatz aufkommen muss. "Wenn solch ein Einsatz mutwillig herbeigeführt wird, treiben wir die Kosten ein", so die Polizei.

Vergisst jemand etwas unabsichtlich, wird er nicht zur Kasse gebeten. "Das passiert ja auch so schnell", sagt Raoul L. Und ist sich trotzdem sicher, dass es ihm nie wieder passieren wird.

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