Diebstahl in Sankt Hildegard

Wertvolle Marienikone gestohlen

Die Marienikone zeigte das seltene Motiv einer Madonna, die das Christuskind säugt.

RÜNGSDORF. Bisher Unbekannte haben am vergangenen Mittwoch aus der St.-Hildegard-Kirche am Meisengarten eine wertvolle Ikone aus dem 17. Jahrhundert gestohlen. Die mit einem Schutzgitter gesicherte Marienikone befand sich am Eingang des Kirchraums.

"Die byzantinische Ikone zeigt das seltene Motiv einer Madonna, die das Christuskind säugt. Historische Aufzeichnungen sagen, dass sie von dem Mönch, der sie malte, mit einem Fluchspruch gegen alle belegt wurde, die sie verspotten oder sich ihrer bemächtigen", erklärte am Mittwoch Dechant Wolfgang Picken.

"Wir sind empört über die Entwendung der Ikone. Aber der Dieb wird an diesem Frevel keine Freude haben, wenn ihn der Bann des Mönchs treffen sollte", so der Godesberg-Pfarrer weiter. Picken fordert den Dieb auf, die Ikone zurückzugeben: "Es muss am hellen Tag geschehen sein." Polizei und Gemeinde um sachdienliche Hinweise.

Bei dem Kunstwerk handelt es sich um eine auf die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts datierte, gleichwohl 1748 übermalte Ikone, die die Madonna Virgo Lactans (stillende Gottesmutter) darstellt. Auffallend ist der in der rechten Oberecke präsente Erzengel Michael. Dieser ist ausgestattet mit den traditionellen Passionsattributen: Kreuz, Lanze und Schwamm. Wie der Heimatforscher Guido Hemmer herausstellt, teilt der durch ein Gitterwerk geschützte Kirchenschatz eine tiefgreifende Überlegung mit. "Die Ikone verbindet die Kindheit des Gottessohnes mit dem Tod des Erlösers."