Ein Ort der Begegnung

Suppenhimmel in Bad Godesberg gut besucht

Godesberg Suppenküche
vl. Ilona Bahls, Henriette Rotterdam,Ruth Aarhuus, Ulrich Rotterdam

Godesberg Suppenküche vl. Ilona Bahls, Henriette Rotterdam,Ruth Aarhuus, Ulrich Rotterdam

Bad Godesberg. Im Suppenhimmel der Caritas in der Bad Godesberger City geht es auch um seelische Bedürfnisse und darum, Kontakte zu knüpfen.

Was für manche nur eine Möglichkeit ist, den Hunger zu stillen, ist für andere ein Ort der Begegnung. Im Suppenhimmel im Zentrum Bad Godesbergs servieren ehrenamtliche Mitarbeiter den Gästen jeden Mittag eine warme Suppe, ein Nudel- oder Reisgericht. Bei einer anschließenden Tasse Kaffee oder Tee können die Besucher miteinander plaudern. Auch in den Sommerferien ist der Andrang unvermindert groß: Suppe hat das ganze Jahr Saison, wie ein Besuch des GA in der vom Caritasausschuss betreuten Einrichtung Am Fronhof 17 zeigte.

Seit Januar 2016 öffnet der Suppenhimmel montags bis samstags von 12 bis 14 Uhr seine Türen für Besucher, die nicht selbst für eine warme Mahlzeit sorgen können – unabhängig von Kultur und Religion. Sechs Gastronomiebetriebe aus Bad Godesberg beliefern die Essensausgabe reichlich und unterstützen damit das soziale Projekt. „Es wurde noch niemand hungrig nach Hause geschickt“, erzählt Manfred Wüllner, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Einrichtung.

60 Gäste pro Tag

Noch ist der Arbeitsaufwand für die Ehrenamtler sehr groß, da die schnelle Industriespülmaschine in einem anderen Gebäude steht und die Mitarbeiter das ganze Geschirr hin und her transportieren müssen. Bei rund 60 Gästen pro Tag, komme da einiges zusammen, so Wüllner. Deshalb sammelt der Suppenhimmel Spenden, um neben Essen und Trinken auch bauliche Veränderungen in der eigenen Küche und eine Industriespülmaschine finanzieren zu können, sodass die Mitarbeiter ein wenig entlastet werden. Die gewonnene Zeit könnten sie dann zum Beispiel für ein nettes Gespräch mit Besuchern nutzen. „Die Menschen wünschen sich eine Begegnung, einen Austausch“, sagt Wüllner.

So auch Albert Henne, der einmal pro Woche von Friesdorf nach Bad Godesberg kommt, um zu essen und sich mit den Ehrenamtlern zu unterhalten. Er vergleicht die Essensausgabe mit einem „Strohhalm, an dem man sich festhalten kann“. In Bonn sei der Suppenhimmel einzigartig. Die zentrale Lage und die damit verbundene gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel sei sehr praktisch. Henne sucht während seiner Besuche vor allem den Kontakt zu den Mitarbeitern, die aus unterschiedlichsten Berufsgruppen kommen. „Es ist schön, sich mit Leuten zu unterhalten, von denen man etwas lernen kann“, sagt Henne.

Neben den Mitarbeitern der Essensausgabe bieten auch Benjamin Kalkum und seine Kollegen vom Lotsenpunkt Gesprächsmöglichkeiten in den Räumlichkeiten des Suppenhimmels an. Während der Sprechstunden können sich Besucher mit Anliegen oder Fragen an sie wenden. Montags, dienstags, mittwochs und freitags besteht von 9.30 bis 11.30 Uhr die Möglichkeit zum Gespräch, mittwochs zusätzlich von 16 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 15 bis 17 Uhr. Es sei also nicht nur für das leibliche, sondern auch für das seelische Wohl gesorgt, so Kalkum.