Haltestellen in Bad Godesberg

Stadt: Notrufsäulen werden selten richtig genutzt

Die Notrufsäule in der Haltestelle Bad Godesberg Bahnhof/Rheinallee.

Die Notrufsäule in der Haltestelle Bad Godesberg Bahnhof/Rheinallee.

BAD GODESBERG. Die Notrufsäulen an den Stadtbahnhaltestellen in Bad Godesberg werden meist missbräuchlich oder schlichtweg falsch benutzt. Das geht aus einer Antwort der Stadt auf eine Große Anfrage der SPD hervor, die in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung (31. August, 17 Uhr, Stadthalle) auf der Tagesordnung steht.

Von Straßen und Plätzen sind die Säulen daher auch schon vor einigen Jahren fast gänzlich verschwunden. Denn über sie wurde überhaupt kein Notruf mehr abgesetzt, so die Stadt. Schon im Juni hatte sich das Gremium mit dem Thema auseinandergesetzt. Damals hatte die FDP gefordert, mehr Säulen in der Bad Godesberger Innenstadt zu installieren sowie die Beleuchtung im Kur- und Redoutenpark zu verbessern. Dem folgten die Politiker einstimmig. Und forderten die Verwaltung auf, der Bezirksvertretung das Ergebnis anhand von Plänen vorzulegen.

Die Stadtwerke (SWB) betreiben die Notrufsäulen in den Stadtbahnhaltestellen. Werden sie genutzt, wird man mit der Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst verbunden. Doch es kommt nicht nur zu einer Sprachverbindung, gleichzeitig geht eine an der Säule installierte Kamera an, die ein Videobild des Umfeldes anfertigt und weiterleitet, so die Stadt.

Genau das ist es, was die Sicherheit an Bushaltestellen erhöhen könnte, meinen die Sozialdemokraten. Dort ergäben sich immer wieder Konflikte, potenzielle Täter könnten damit rechnen, früher oder später auf Opfer zu treffen, begründen die Sozialdemokraten ihren Vorstoß. Da die Videoüberwachung „erst im Bedarfsfall aktiv wird, wird hiermit auch dem Bedürfnis nach Schutz der Privatsphäre Rechnung getragen“, heißt es.

Man nutze eher eine Notrufsäule, als mit seinem Handy die Polizei zu alarmieren, meint die SPD. Außerdem müsste das Mobiltelefon gar nicht erst herausgeholt werden, was die Gefahr berge, dass der Täter es seinem Opfer entreißt.

Und wie sieht es mit der Beleuchtung an den Bushaltestellen aus?, will die SPD wissen. Die Straßenbeleuchtung werde regelmäßig kontrolliert, so die Stadt. „Sollten Defizite festgestellt werden, wird die Beleuchtung angepasst.“

An einigen Haltestellen gebe es zudem zusätzliche Lampen, zum Beispiel in den Wetterschutzdächern. Die Beleuchtung generell zu ändern, sei nicht nötig, so die Verwaltung. Sie schlägt vor, weiterhin dort tätig zu werden, wo sich Bürger unsicher fühlen – sei es, weil die Haltestelle als zu dunkel oder als schlecht einsehbar empfunden wird.